Roth: Holzmarkt vom Gewitter unbeeindruckt
Konstante Nachfrage – konstante Preise: Geschäftsführer Matthias Netter (links) und der Vorsitzende Thomas Harrer hatten bei der Jahresversammlung allen Grund zur Zuversicht. - Foto: Leykamm
Roth

Zuversicht versprühte in erster Linie der Geschäftsführer der Organisation, Matthias Netter. Er sprach von einer „sehr positiven“ Entwicklung. Über 52 000 Festmeter durfte seine Einrichtung im vergangenen Jahr vermitteln, was einer Steigerung um fast 4000 entspricht. Die daraus resultierenden Umsatzerlöse für die Mitglieder beliefen sich auf satte 4,13 Millionen Euro. Zahlen, die eine gewisse Anziehungskraft ausüben. Sie lässt sich auch daran ablesen, dass im vergangenen Jahr 42 neue Mitstreiter in den eigenen Reihen mit nunmehr 2416 Anbietern des an Wert gewonnenen Rohstoffs begrüßt wurden. Sie verfügen über eine Fläche von rund 16 000 Hektar.

Was den eigenen Haushalt anbetrifft, ist die FBG ebenso gut aufgestellt. Im vergangenen Jahr gelang fast eine Punktlandung – da war er eine gute Viertelmillion Euro schwer – um 1400 Euro Minidefizit schrammte man an einem ausgeglichenen Zahlenwerk vorbei. Die Ansätze für dieses Jahr liegen nur leicht unter denen vom Vorjahr. Bei der guten Ausgangslage blieb Netter gar nichts anderes übrig, als zur Holznutzung aufzurufen. Die Zeit für notwendige Durchforstungsmaßnahmen sei jetzt optimal, es gäbe keinen Grund, mit dem Einschlag zurückzuhalten. „Nutzen Sie die guten Preise und das Dienstleistungsangebot der FBG“, sagte der FBG-Geschäftsführer.

Was das Dienstleistungsangebot anbetrifft, ist die Einrichtung seit März 2014 noch schlagkräftiger. Seither beschäftigt man mit Johannes Lang einen neuen Mitarbeiter, der im Rahmen seiner Ausbildung bereits im Revier Heideck zutun hatte. Er war im Sommer gleich ordentlich eingespannt. Im Juli tobte ein Gewittersturm über Laibstadt und die umliegende Region, was den Privatwaldbesitzern aus den Reihen der FBG eine Schadholzmenge von 8000 Festmetern bescherte. Seit Beginn dieses Jahres ist Lang nun als Vollzeitkraft beschäftigt. Unter anderem auch deswegen, um den Personalschlüssel zu erfüllen, an den die neuen Fördervorgaben geknüpft sind.

Dem großen Aufgabenfeld kann mit dieser Aufstockung ebenso besser begegnet werden. Es umfasst auch „Dienstleistungen im erheblichen Umfang“, sagte Netter. 2014 hatte man den Nachfragenden 98 Beratungen angedeihen lassen mit 17 000 Festmeter Holzeinschlag als Folge. Derzeit werden seitens der FBG zudem 24 Waldpflegeverträge erfüllt, die sich auf eine Fläche von fast 140 Hektar beziehen. Erfolge gab es auch bei der Wertholzsubmission in Litzendorf bei Bamberg zu vermelden, dort brachte etwa eine angelieferte Eiche 489 Euro pro Festmeter. Dass sich die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft rege am Waldumbau beteiligen, beweisen die fast 300 000 an sie vermittelten Pflanzen. Fast drei Viertel davon waren Laubhölzer.

Harald Gebhardt begründete diese Menge in seinem Grußwort mit den Waldumbauprojekten im Landkreis. Er selbst leitet diesen Bereich am Rother Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Derzeit stehe man in den Startlöchern zu einem neuen forstlichen Gutachten zur Waldverjüngung. Das Ziel ist, eine solche Verjüngung möglichst ohne Schutzmaßnahmen geschehen und somit keine großen Teile der Landschaft „hinter Draht verschwinden zu lassen.“ Dieses Ziel verfolgten auch die neuen vereinfachten waldbaulichen Förderrichtlinien. Sie richten sich ausschließlich nach der Stückzahl der Pflanzen.

Erfreut über die seit Jahren erfolgende Wertsteigerung des Waldes zeigte sich Landrat Herbert Eckstein. Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler blickte in die 1980er Jahre zurück, als das Horrorszenario des Waldsterbens durch die Medien wirbelte. Die schlimmen Prognosen seien nicht eingetroffen. Im Gegenteil: Bundesweit gäbe es jetzt eine Million Hektar Wald mehr als damals. Trotzdem aber stehen die Waldbauern des Öfteren unter Beschuss der Öffentlichkeit, wie der stellvertretende Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittelfranken, Robert Kaiser, monierte. Zu Unrecht, wie er befand, denn über Jahrhunderte hätten sie bewiesen, dass sie nachhaltig wirtschaften können. Das gelte es nun ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu tragen.

So sah es auch der Landtagsabgeordnete Volker Bauer, der sich in München für die Waldbauern stark mache. Der FGB-Vorsitzende Thomas Harrer wies daraufhin, dass 2015 zum Aktionsjahr des Waldnaturschutzes erklärt wurde. Das müsse man nutzen, um der Öffentlichkeit deutlich zu machen, wer die wahren Naturschützer sind. Die Waldbewirtschafter nämlich, die „alles richtig gemacht haben“.