Ihm und seiner Gruppe geht es, wie so manchem Musiker mit außergewöhnlichem Können und Stil: Sie können sich ohne weiteres mit den ganz Großen der Szene messen, haben aber nicht das Glück, deren Bekanntheitsgrad zu erreichen.

Vielleicht ist das ja auch gar nicht das Bestreben von Ronnie Sonnie, vielleicht liegt es aber auch nur an der Bescheidenheit des sympathischen Künstlers und seiner Begleiter. Sie nennen ihre Bluesinterpretation "Contemporary Retro Groove", ein zeitgenössisches, postmodernes Credo des Blues und berufen sich - durchaus mit gerechtfertigtem Selbstbewusstsein - auf Ikonen wie Chris Duarte und Stevie Ray Vaughan.

Matthias Kudlich an den Drums und Arne Wankel am Bass ergänzen Sänger und Gitarrist "Sonnie Ronnie" Norbert Schottenhamml kongenial. Sie sind ein perfekt eingespieltes Team, dem es hervorragend gelingt, mit gezielt sparsamem Einsatz seiner Instrumente große Wirkung zu erzeugen. Das Repertoire reichte von "Texas Flood" von Steve Ray Vaughan über "One More Cup Of Coffee", ein eher selten gehörtes Stück von Bob Dylan, "Burning Hell" vom Altmeister John Lee Hooker bis "Gimme All Your Lovin" und "Walkin' To My Babe" von den Fabulous Thunderbirds.

Ganz große Momente waren die virtuosen Soli von Sonnie Ronnie - exzellente Technik gepaart mit tiefem Bluesfeeling. Als gelungene Showeinlage spielte er seine alte Fender Stratocaster auch schon mal liebevoll hinter dem Kopf. Das Publikum war begeistert. Erst nach den Zugaben "With A Little Help From My Friends" und "Blue Suede Shoes" waren die begeisterten Zuhörer zufrieden. Dieser Abend klingt bei vielen noch lange nach.