Thomas Rüger, Autor und Kleinverleger aus Nürnberg, hat für eine Anthologie 40 regionale und bundesweit bekannte Gastautoren gewinnen können, die ihre Erinnerungen an die eigene Schulzeit niedergeschrieben haben. "Was bei mir wirklich hängen blieb . . . - Erinnerungen an die Schulzeit" nennt sich der Band. Herausgeber und Autoren setzen sich mit ihren Texten für ein Benefizprojekt des gemeinnützigen Vereins Hawelti ein. Dieser unterstützt eine Schule im äthiopischen Aksum.

Bei einer Benefizlesung stellte Herausgeber Thomas Rüger das Buch mit Schulgeschichten in der gut besuchten Villa Augusta vor. Musikalisch unterstützt wurde er von Metin Demirel, den die Rother als ehemaligen Lehrer an der Volksschule Gartenstraße kennen. In der Villa Augusta trug er verschiedene Stücke auf einer türkischen Harfe vor, die er selber gebaut hat.

Rüger las eine ganze Reihe von Schulgeschichten vor. Da berichtet Gerd Scherm, der auch schon Turmschreiber auf der Burg Abenberg war, in seiner Geschichte "Ein Lehrer mit Kopfschuss" von einem Lehrer, einem bedauernswerten Kriegsinvaliden, der die Kinder mit hartem, soldatischem Drill erzog. Der Fußball stand im Mittelpunkt der Geschichte "Immer dem Ball hinterher" von Helmut Hack. Als Präsident der Spielvereinigung Greuther Fürth macht er das immer noch. Von tragischen Erinnerungen berichtet Marion Klingelhöfer. Ihr Klassenkamerad Ulrich wurde von den Mitschülern gehänselt und gemobbt und war Zielscheibe allen Spotts. Eines Tages erfuhr die Klasse, dass er sich in der Scheune erhängt hat.

Anne Chebu erzählt von ihrer Schulzeit in Franken. Die afrodeutsche BR-Moderatorin erzählt eine Schneeballgeschichte aus ihrer Grundschulzeit. Gerd Graßhauser, besser bekannt als Geraldino, erinnert sich an ein Zusammentreffen mit einem Fasan. Als er den Erwachsenen ein Lied mit einem unanständigen Text vorsingt, dessen Bedeutung er nicht versteht, hat das für ihn fatale Folgen.

Die Erinnerungen an die Schulzeit trugen dazu bei, dass man sich an seine eigene Schulzeit erinnerte - und mit dem nötigen Abstand vieler Jahrzehnte ganz anders beurteilt als man es in jungen Jahren vielleicht getan hat.