Roth: Von der Kaplanturbine bis zum Elektroauto
Beim Aktionstag erläutert Johann Harrer vom Wasserwirtschaftsamt den Besuchern den Hintergrund zur Entstehung des fränkischen Seenlands, bevor es zur Besichtigung der Wasserkraftwerke geht (oben). Spannende Experimente rund um Klima und Energie gibt es in der LBV-Umweltstation (links). Und am Hilpoltsteiner Haus des Gastes sind einige Elektroautos zu sehen. - Fotos: Landratsamt
Roth

Bei nasskaltem Wetter startete der Aktionstag mit einem Rothsee-Gottesdienst in Birkach, den Pfarrer Michael Wolf aus Nürnberg zusammen mit den Posaunenchören aus Rittersbach und Georgensgmünd gestaltete. Das Thema des Gottesdienstes war passend zur Klimawoche gewählt: "Klimaschutz - Bewahrung der Schöpfung".

"Heute sind nur die ganz Harten da und die ganz Mutigen sogar ohne Schirmüberdachung", sagte Pfarrer Wolf mit Blick auf das ungemütliche Wetter. Die Regentropfen hielten sich aber zurück, so dass ein stimmungsvoller Gottesdienst am Rande des Rothsees gefeiert werden konnte. "Wir müssen wieder mehr die Schöpfung als Ganzes anstatt uns selbst in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns setzen", betonte der Geistliche.

Die LBV-Umweltstation am Rothsee hatte an diesem Tag für Kinder und Jugendliche von 8 bis 13 Jahren spannende Experimente und Spiele zum Thema Klima und Energie vorbereitet. Zum Einstieg überlegten sich die Buben und Mädchen dazu möglichst viele verschiedene Begriffe. Vom Energydrink bis zum Energiesparen und vom Klimaschutz bis zum Klimawandel war alles dabei.

Nachdem Julia Groothedde von der LBV-Umweltstation die Erde und ihre Atmosphäre mit Hilfe von Tüchern, Glassteinen und einer Schüssel aufgebaut hatte, wurde den Kindern schnell klar, warum die Temperatur auf der Erde steigt: Unser CO2-Ausstoß ist das Problem. Dann folgte eine ganze Reihe von Experimenten. So wurde zum Beispiel das Wärmeempfinden getestet, die Bewegungsenergie und Trägheit erklärt und die elektrische Aufladung eines Luftballons getestet. Bei Letzterem standen manchem Teilnehmer die Haare zu Kopf. Zum Abschluss durften die Kinder noch selbst "Energie tanken". Zu ihrer Freude mit Apfelstücken und Schokolade.

Parallel zur Kinderaktion gab es die Möglichkeit, an einer Führung in den Wasserkraftwerken des Rothsees teilzunehmen. Das Wasserwirtschaftsamt öffnete dafür die Tore und ließ die Besucher hinter die Kulissen blicken. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger lauschten der kleinen Einführung zu den Funktionen des Rothsees, des Main-Donau-Kanals und des gesamten Fränkischen Seenlands durch Johann Harrer. Anschließend konnten die Gäste das neue Wasserkraftwerk Rothsee II besichtigen, welches 2013 in Betrieb genommen wurde. Es steht am Zulaufkanal von Rothsee zu Main-Donau-Kanal und wird mit einer Kaplanturbine - das Laufrad gleicht dabei einem Schiffspropeller - betrieben.

Danach ging der Weg zum alten Wasserkraftwerk Rothsee I, das die Energie des aus dem Rothsee abgeleiteten Wassers nutzt. Dieses verfügt über eine große Rohrturbine für größere Wasserabgaben und eine kleinere Durchströmturbine zur ständigen Energiegewinnung. Bei voller Leistung können damit rund 600 Wohnhäuser mit Strom versorgt werden. Vom Wasserkraftwerk aus ging es zum Abschluss der Führung in den Damm, der sich zwischen Rothsee und dem Wasserkraftwerk Rothsee I befindet.

Auf Initiative des Landratsamtes Roth ist außerdem im Hilpoltsteiner Haus des Gastes eine Wanderausstellung zur Elektromobilität in Bayern zu sehen. Am Aktionstag konnten die Besucher in verschiedenen Elektroautos Probe sitzen, welche von regionalen Autohändlern und dem Landratsamt Roth ausgestellt wurden. Natürlich gab es dabei auch viele Detailinformationen über die Fahrzeuge.

"Inwiefern beeinflusst das persönliche Konsumverhalten oder die letzte Urlaubsreise den eigenen CO2-Fußabdruck" Diesem Thema widmete sich der Klimaschutzbeauftragte des Bistums Eichstätt Bernd Grünauer. Er berechnete für die Interessierten den CO2-Ausstoß entsprechend ihrer Lebensgewohnheiten und zeigte verschiedene Alternativen auf.

Ein Heidecker Fahrradhändler hatte zudem eine bunte Auswahl an Pedelecs mitgebracht. Vom Mountainbike bis zum Citybike war für jeden etwas dabei. Das Angebot zum Probefahren wurde rege angenommen und der Hilpoltsteiner Burgberg war als Probestrecke besonders beliebt.