Roth: Ausschuss durchkreuzt Edelhäußers Plan
Auf dem ehemaligen Grundstück der Stadtbrauerei sollen vier mehrgeschossige Wohnhäuser mit 49 Wohnungen entstehen. ‹ŒArch - foto: Tschapka
Roth

Einen Antrag für die Ablösung von 12 der dort vorgeschriebenen 98 Stellplätze hat der Bauausschuss am Donnerstag aber einstimmig abgelehnt.

 

Stadtratsmitglied Gerhard Grau (SPD) kritisierte dabei den Beschlussvorschlag von Bürgermeister Ralph Edelhäußer. "Es ist nicht in Ordnung, wenn von Seiten der Verwaltung eine Zustimmung vorgeschlagen wird, die einer Festlegung des Umweltausschusses widerspricht", sagte Grau. Dieses Gremium hatte die Stellplatzquote pro Wohnung erst im September 2017 von 1,5 auf 2,0 erhöht. Die Begründung zum Antrag auf Stellplatzablöse hatte Edelhäußer in der Stadtratsvorlage aber als "nachvollziehbar" bezeichnet.

Die Schwierigkeiten beim Bau von Stellplätzen ergeben sich für den Immobilienentwickler bpd jedoch nicht aus einer Problematik auf dem eigenen Grundstück. Hier werden in der Tiefgarage 91 Stellplätze und oberirdisch acht weitere entstehen. Das Unternehmen strebt allerdings an, für das Bauvorhaben auf dem benachbarten Grundstück in der Zweigstraße 12 bis 12b drei Stellplätze auf dem eigenen Gelände bereitzustellen. "Das ist jedoch nach derzeitiger Situation nicht möglich", hatte bpd in einem Schreiben an Stadtbaurätin Lydia Kartmann festgestellt. Nun wollte der Bauträger zwölf Stellplätze zu je 5000 Euro ablösen.

Die Festlegung auf ein Dutzend war kein Zufall. Es entspreche exakt der Anzahl der Zwei-Zimmer-Wohnungen in dem Projekt. "Deren Erwerber bewohnen unserer Erfahrung zufolge die Wohnungen selbst, sind über 50 Jahre alt und in der Regel alleinstehend", begründete bpd die Berechnung. "Sie verfügen, wenn überhaupt, nur noch über ein Auto." Darüber hinaus erklärte der Bauträger, das Verhältnis von 49 Wohnungen und 98 Stellplätzen sei an diesem Standort im Rother Stadtgebiet "äußerst kritisch und nicht markt- und kundengerecht".

Angesichts der zentrumsnahen Lage und einer guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr seien 86 Stellplätze "immer noch mehr als ausreichend", hieß es in der Sitzung des Bauausschusses von Seiten des bpd-Vertreters. Vor allem bei diesem Wohnungstyp seien die Kosten aber das schwerwiegendste Argument. Der Erwerb von zwei Stellplätzen schlage mit fast 38 000 Euro zu Buche. "Das stellt häufig den gesamten Wohnungskaufs infrage", zeugte sich der Unternehmensvertreter überzeugt.

Die vorgeschlagene Lösung entspreche immer noch einem Schlüssel von 1,76 Stellplätzen pro Wohnung. Damit sei der alte Stellplatzschlüssel - also aus der Zeit vor dem Beschluss des Umweltausschusses - um fünf Parkplätze übertroffen. Doch auch davon ließ sich letztlich keines der Rother Bauausschussmitglieder überzeugen.