Helmut Zeise behauptete etwa, dass von Allersberger Seite auch eine Umgehung von Reckenstetten gewünscht werde. Zeise zitierte auch den Regionalplan, wonach der Möninger Berg als Zeugenberg schützenswert sei - und auch die Schwarzach bei Freystadt, heiße es da. Seiner Meinung nach gelte das aber nicht für den Flussabschnitt im Bereich von Rohr, sagte Zeise und zweifelte damit die naturschutzrechtlichen Ausführungen von Bonfig an. Bürgermeister Dorr sagte dazu, er habe im Vorfeld der Bürgerversammlung mit dem Allersberger Bürgermeister telefoniert. Dieser verneinte jedoch Pläne für eine Umgehung von Reckenstetten.

Bonfig erklärte, dass alle bisherigen Pläne zur Seite gelegt werden müssten, wenn man auf die Südvariante samt Umgehung von Reckenstetten umschwenken würde. Denn es müsste das Projekt in der nächsten Fortschreibung des Straßenausbauplans völlig neu bewertet werden. Dies werde Jahre dauern - und ob es dann nochmals für eine Umgehung reicht, sei nicht sicher. Er betonte nochmals, der Naturschutz sei für die Südvariante das absolute K.-o.-Kriterium.

Für Josef Ulrich aus Aßl-schwang war eine Bürgerbeteiligung bei dem Umgehungsprojekt nicht erkennbar. Er erklärte, Aßlschwang, sei von dieser aktuellen Variante mehr betroffen als von der ursprünglich diskutierten. Gelächter erntete er für seine Feststellung: "Eine Umgehung gehört an die Ortschaft". Bonfig verwies auf die nachträglich eingeplante Unterführung der Straße nach Aßlschwang und versuchte nochmals die Angst vor mehr Lärm mit seinen Zahlen zu entkräften.

Klar für eine Umgehung sprach sich Matthias Bauer aus Aßlschwang aus. Er erklärte, er habe das Anwesen, das am nächsten an der geplanten Umgehung liege - trotzdem sei er unbedingt dafür.

Helmut Stadler verwies auf die seither gute Dorfgemeinschaft. "Nun kommen ein paar Egoisten, die gegen das Dorf und den Stadtrat arbeiten." Rohr brauche eine Umgehung, egal was in Reckenstetten oder Möning passiert.

"Die beiden Landwirte Herzog und Köhl müssen mit ihren großen Gefährten bisher immer durch die Ortschaft", führte Xaver Großhauser aus. Herzog könne dann die Ausfahrt Bergstraße nutzen und hab einen kurzen Weg zu seinem Anwesen. Herzog ist aber gegen die Pläne. "Ich trau es mir zu sagen". Er sorgt sich um die Ansicht des Möninger Berges, wenn die Umgehung ein Dammbau wird. Sein Vorschlag: "Wir sollten uns mit Allersberg zusammensetzen und eine Lösung suchen".

Baudirektor Bonfig sagte abschließend, dass die beiden Blöcke in Rohr zusammengebracht und die Grundstückseigentümer ins Boot geholt werden sollen. Dorr appellierte, dass mit den Diskussionen nicht zu viel Zeit verloren werden soll. "Wir sollten zügig weitermachen, solange noch Geld da ist in Bayern."