Reichersdorf: Asphaltstraße verbindet Landkreise
Fast vier Jahrzehnte hat Reichersdorf darauf gewartet, dass die Schotterstraße in Richtung Wengen durch eine Asphaltstraße ersetzt wird. Jetzt ist es endlich so weit, bis auf kleine Restarbeiten ist die schmale Trasse fertig. - Foto: Luff
Reichersdorf

Der Gegensatz zur bis dato letzten Bürgerversammlung war nicht zu übersehen. Im Juli 2016 hatten die Reichersdorfer noch deutlich gefordert, die Straße nach Wengen auf der anderen Seite der Landkreisgrenze solle endlich asphaltiert werden. Eine Forderung, die fast vier Jahrzehnte alt war. Dennoch wagte Bürgermeister Georg Küttinger damals keine Prognose, wann es denn so weit sein könnte. Jetzt ist der Schotter passé, die Straße praktisch fertig. Ein bisschen Humus an den Banketten fehlt noch, doch werde das diese Tage gemacht, so Küttinger. Der sich damit auf eine ruhige Versammlung einstellen konnte.

Umso mehr, weil er gute Nachrichten für die Reichersdorfer im Gepäck hatte. Das Dörfchen soll bekanntlich schöner werden - es ist Teil des Dorferneuerungsverfahrens Ruppmannsburg II. Wohl im März 2019 sollen erste Projekte tatsächlich angegangen werden. Bis es so weit ist, sind aber noch einige Vorarbeiten und Abstimmungen nötig. In die Vorentwurfsplanung der Teilnehmergemeinschaft sind mittlerweile einige Änderungswünsche eingeflossen, verkündete Küttinger. Die Ringstraße im Ort wird im Zuge der Dorferneuerung saniert. Die Anlieger werden dabei jedoch weit weniger zur Kasse gebeten, als sie früher befürchtet hatten. Absolute Summen konnte Küttinger im jetzigen Stadium nicht nennen, doch bekomme die Kommune durch die Dorferneuerung eine Förderung von 50 Prozent vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE).

Weitere Projekte der Dorferneuerung sind die Umgestaltung des Kirchplatzes und des Dorfplatzes sowie die rückwärtige Erschließung des Ortes. Alle drei Vorhaben sind nicht umlagepflichtig, das heißt, die Reichersdorfer müssen aus dem eigenen Geldbeutel keinen Cent dazu beisteuern, wie Küttinger erläuterte.

Anders sieht es bei den Straßenlaternen aus. Laut Küttinger sind sie noch gut, "sie halten noch 15 Jahre". Andererseits sind sie auch nicht mehr ganz neu, die Technik ist heute eine andere - was sich auch auf den Stromverbrauch auswirkt. Zudem könnte die Beleuchtung im Rahmen der Dorferneuerung eventuell noch gefördert werden - später nicht. So diskutierten die Anwesenden zwar über diese Frage, doch entschieden ist noch nichts. Schließlich drängt hier die Zeit nicht, ohnehin müsse jeder Verfahrensschritt der Dorferneuerung erst in die Teilnehmergemeinschaft, dann vom Marktrat abgesegnet werden, bevor er schließlich beim ALE lande. "Wir kommen noch öfter raus", versicherte Küttinger.

Ebenso wie die Telekom: In der ersten Ausschreibungsrunde war Reichersdorf noch nicht dabei, in einem zweiten Schritt soll jedoch auch der Juraort Breitband bekommen. Möglich sind dann dort aller Voraussicht nach sogar Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Denn wenn die Straße ohnehin aufgerissen wird - neben der Sanierung steht auch ein neuer Oberflächenwasserkanal auf der Agenda -, kann die Glasfaserleitung gleich bis in jedes Haus gelegt werden, so Küttinger. "Das ist ein Vorteil gegenüber den anderen Orten."