Mörlach: Aufräumen in Sankt Hippolyt
Eine fleißige Helferschar hat sich in Mörlach ans Werk gemacht, um nach Abschluss der Maurer-, Putz- und Stuckarbeiten, die im Zuge der Restaurierung der historischen Bittner-Orgel notwendig waren, das Gotteshaus St. Hippolyt vom Dreck und Staub zu befreien. Nun kann an diesem Sonntag das Patroziniumsfest gefeiert werden. - Foto: Sturm
Mörlach

Wie bereits berichtet, wird die Bittner-Orgel in der Mörlacher Kirche derzeit renoviert. Nach dem Abbau der Orgel, die 1898 vom damaligen Stadtpfarrer Johann Baptist Tresch geweiht wurde, kamen große Schäden am Mauerwerk und an der Deckenkonstruktion ans Licht, die beseitigt werden mussten. Nach dem Abschluss der Maurer-, Putz- und Stuckarbeiten musste die Kirche nun gründlich gereinigt werden.

Einige fleißige Frauen fegten den Dreck und den vielen Staub weg. Auch einige Kinder waren mit ihren Müttern zum Saubermachen gekommen und halfen eifrig mit. Gemeinsam sind wir stark, lautete die Devise des Helferteams um Kirchenpfleger Karl Brandl. Er fungiert auch als Mesner und er zeigt sich entsprechend stolz auf seine Helferschar, auf die stets Verlass sei.

Der Festgottesdienst am Sonntag muss trotzdem ohne Orgelmusik und in Baustellenatmosphäre stattfinden, denn die Orgel ist noch nicht fertig und es gibt auch keinen Ersatz für das Instrument. Auch die Altäre sind noch verhängt. Um 9.30 Uhr wird Hilpoltsteins Stadtpfarrer Franz-Josef Gerner die Eucharistiefeier zelebrieren und die Festpredigt halten. Die Kollekte ist für die Restaurierung der historischen Bittner-Orgel bestimmt.

Mit einigen interessanten Informationen wartete Karl Brandl anlässlich der Kirchenreinigung auf. Die letzte Primiz feierte in Mörlach Richard Band, der Sohn des Mörlacher Schulmeisters Jakob Band, im Jahre 1793 mit rund 3000 Menschen. Er war später Pfarrer in Seligenporten und liegt dort auch begraben. Die Primizpredigt hielt damals der in Bischofsholz geborene Pfarrer von Tagmersheim, Johann Stöckl, der später Domkapitular in Eichstätt war.

Das Mörlacher Wirtshaus, in dem einst auch das weltliche Fest gefeiert wurde, stand mitten im Dorf, nahe der Kirche. Weil es in schlechtem Zustand und es dort auch sehr beengt war, verkaufte der damalige Gastwirt Ramsenthaler das Anwesen und baute 1875 an der Hauptstraße ein neues Wirtshaus. Mehrmals wechselte dieses den Besitzer, bis es 1885 Johann Schmidt aus Eismannsdorf kaufte. Er betrieb neben der Wirtschaft auch einen Krämerladen. Im Dezember 1987 wurde der Zapfhahn dort für immer zugedreht.

Daraufhin wurde das Fest einige Jahre lang im Gemeindezentrum gefeiert. Seit nunmehr schon mehr als zwei Jahrzehnten geht die Feier im Schloss der Familie Helbach über die Bühne. Alle sind eingeladen zum Mitfeiern nach dem Gottesdienst beim musikalischen Frühschoppen und Mittagessen im Schlosshof. Ab 18 Uhr sorgt die Blaskapelle für einen zünftigen Ausklang.