Vielleicht zu oft, wie ein Fall in Zirndorf zeigt: Man denkt immer das Schlechteste.

Die Schilderungen einer 53-Jährigen, die in Zirndorf einer Verkehrskontrolle unterzogen worden war, erregten bei den Ermittlern der Polizei in Zirndorf den begründeten Verdacht, dass es sich bei den beiden Männern um Betrüger gehandelt haben musste.

Beispielsweise berichtete die Zeugin, dass an dem zivilen Polizeifahrzeug ein Signalbalken auf dem Dach angebracht gewesen sei und die Männer bei der Kontrolle einen roten Dienstausweis vorgezeigt hätten. Nun stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei den beiden Männern tatsächlich um Polizeibeamte der Verkehrspolizei Fürth handelt. Diese waren an besagtem Tag als Zivilstreife unterwegs und konnten sich daran erinnern, in Zirndorf eine Verkehrskontrolle bei der Kraftfahrerin durchgeführt zu haben.

Eine Verkettung von Wahrnehmungsfehlern hatte offensichtlich dazu geführt, dass die 53-Jährige der Annahme war, sie sei Betrügern aufgesessen. Unter anderem kann jedoch rekonstruiert werden, dass die Zivilstreife mit einem dunklen BMW unterwegs war, der statt eines Signalbalkens auf dem Dach, über einen in der Sonnenblende sogenannten integrierten Anhaltesignalgeber verfügt. Die wegen des Verdachts der Amtsanmaßung eingeleiteten Ermittlungen der Polizeiinspektion Zirndorf werden aus diesem Grund eingestellt. Trotz dieser kuriosen Wendung des Falls betont das Polizeipräsidium Mittelfranken, dass es auch weiterhin legitim ist, zivile Polizeibeamte im Zweifelsfall durch einen Anruf bei der Polizei überprüfen zu lassen. ‹ŒHK