Mittwoch, 30.05.2012 |

 

07.02.2012 19:42 Uhr | 34x gelesen
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Stachel im Fleisch


Bild: Stachel im Fleisch. Hilpoltstein Hilpoltstein (mmr) Die Distel sticht: Als Stachel im Fleisch der Energieverschwender, der Agrarkonzerne und der Umweltverpester dürfen sich die Mitglieder des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Roth durchaus fühlen. Im gleichnamigen Organ „Die Distel“ zählen sie ihre Erfolge und ihre Aktivitäten für das kommende Halbjahr auf.

Hilpoltstein (mmr) Die Distel sticht: Als Stachel im Fleisch der Energieverschwender, der Agrarkonzerne und der Umweltverpester dürfen sich die Mitglieder des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Roth durchaus fühlen. Im gleichnamigen Organ „Die Distel“ zählen sie ihre Erfolge und ihre Aktivitäten für das kommende Halbjahr auf.


Hilpoltstein: Stachel im Fleisch
Engagieren sich ehreamtlich: BN-Mitglieder pflegen die Kopfweiden in Stauf. - Foto: Peter Zogg
Dabei sei der Erfolg nicht immer messbar, gibt BN-Kreisvorsitzender Michael Stöhr zu. Und das meiste sei ohne die vielen Aktiven in den Ortsgruppen „schlicht und einfach nicht machbar“. Die sind nicht nur mit von der Partie, wenn es um Protestaktionen wie gegen Agrogentechnik auf dem Rother Marktplatz geht, sondern engagieren sich vor allem in der Kleinarbeit vor Ort. Ob Exkursionen, Vogelstimmenwanderungen, der Besuch eines Imkers oder eine Müllsammelaktion: In den Ortsvereinen ist immer viel geboten, auch für die Kinder. In Abenberg beispielsweise gibt es jetzt wieder eine Kindergruppe, die Waldmäuse, die sich regelmäßig unter dem Motto „Mit allen Sinnen die Natur erleben“ trifft. „Das steht und fällt aber mit dem Engagement der Eltern“, erklärte BN-Geschäftsführer Richard Radle.

Froh sind die Naturschützer natürlich, dass sich die Bundesregierung für den Abschied von der Atomenergie entschieden hat. „Man hat auch vorher gewusst, mit welchen immensen Risiken die Atomenergie verbunden ist“, sagte Stöhr etwas resigniert. Erst habe es zu der schrecklichen Katastrophe im japanischen Fukushima kommen müssen.

Stark gemacht haben sich die Naturschützer auch für den Erhalt des Nürnberger Reichswaldes. Dank der anhaltenden Proteste seien die Pläne für die Südanbindung zum Gewerbegebiet Nürnberg-Feucht-Wendelstein gestoppt worden, berichtete der stellvertretende Kreisvorsitzende Stefan Pieger. „Für die nächsten Jahre hat man sich von dem Projekt verabschiedet“, sagte Pieger erleichtert.

Dauerthema beim Bund Naturschutz sind die Biber, von denen sich etwa 130 Tiere im Landkreis aufhalten. „Über das Nahrungsangebot reguliert sich der Bestand von selbst“, erklärte Stöhr. Viele würden auch im Straßenverkehr umkommen. Nur in zwei Fällen habe man Biber fangen und töten müssen, unter anderem, weil eines der Tiere den Abfluss eines Regenrückhaltebeckens an der ICE-Strecke bei Sindersdorf verstopft habe.

Um Tiere geht es jedes Jahr auch bei der Amphibienrettung. Die Tierschützer haben eigenhändig 5000 Kröten gesammelt und über die Straßen getragen. „Die Hälfte von ihnen wäre sonst überfahren worden“, erklärte Stöhr.

Viel Zeit opfern die BN-Mitglieder auch für die Biotoppflege. Mittlerweile befinden sich 30 Hektar in Besitz des Vereins. Allein bei Pyras sind es 15 Hektar wertvolles Sandgebiet, das vor der Verbuschung bewahrt werden muss, um den Sandlebensraum zu erhalten. Sogar Schulklassen helfen mittlerweile bei diesen Aktionen mit.

Sehr praktisch ist der Ansatz des BN, was das Energiesparen betrifft. In der Geschäftsstelle in der Sandgasse 1 in Roth sind für wenige Euros spezielle Steckernetzteile erhältlich, die den Stand-by-Verbrauch stark reduzieren. Weitere Informationen unter Telefon (0 91 71) 63 88 6 oder im Internet unter www.roth.bund-natuschutz.de.


Von Monika Meyer

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