"Ist das überhaupt noch wirtschaftlich", fragte Fraktionssprecher Michael Greiner von den Freien Wählern wegen der roten Zahlen, die Steuerprüfer Bernhard Riedel dem Gremium vorlegte. "Aufgeben wäre Unfug", antwortete Riedel. Die Stadt sei gut beraten, an dem Nahwärmenetz festhalten - zumindest so lange, bis in einigen Jahren größere Reparaturen fällig werden oder eine Erneuerung des Netzes.

Auch Bürgermeister Markus Mahl (SPD) bezeichnet die Jahresbilanz für das Nahwärmenetzes als "betriebswirtschaftlich akzeptable Situation". Schließlich enthalte das Minus allein Abschreibungen in Höhe von rund 26 000 Euro. So gesehen sei man nicht weit weg von einer schwarzen Null. Außerdem würde auch eine andere Art der Heizung Geld kosten.

Ein altes Problem des Hilpoltsteiner Nahwärmenetzes ist allerdings der beträchtliche Wärmeverlust im Netz, der im vergangenen Jahr wieder angestiegen ist: von 22 auf 24 Prozent. "Wir haben alles mögliche versucht, aber es nichts zu finden", beteuerte Mahl. Auch Stadtbaumeister Thomas Stark erklärte, bei den verschiedenen Untersuchungen weder ein Leck noch defekte Zähler entdeckt zu haben. Als Schwachstelle tippt Stark auf die Stadthalle, deren Dämmung nicht mehr zeitgemäß sei. Hinzu komme, dass vor einigen Jahren auch der Kinderhort an das Nahwärmenetz angeschlossen worden ist und eine größere Länge des Netzes automatisch mehr Netzverlust zur Folge hat.

Das Nahwärmenetz der Stadt Hilpoltstein ist mit dem Bau des früheren Blockheizkraftwerks (BHKW) an der Badstraße entstanden. Versorgt werden damit mehrere öffentliche Gebäude wie das Rathaus, das Freibad, die Stadtpfarrkirche das Feuerwehrhaus, die Stadthalle und die Grund- und Mittelschule. Dazu kommen noch einige private Anwesen, die aber nur rund ein Viertel des Umsatzes ausmachen.

Ab dem Jahr 2008 ersetzte ein Biomasseheizwerk das BHKW. Dieses betreibt nicht die Stadt, sondern die Südwärme AG. Die Stadt hat sich dabei vertraglich verpflichtet, 20 Jahre lang die Wärme einzukaufen. "Wenn dieser Vertrag ausläuft, sollte man sich bei der Stadt Gedanken machen, wie es weitergeht", sagte Steuerprüfer Riedel.

Versöhnlich stimmte den Stadtrat, der den steuerlichen Abschluss für das Nahwärmenetz einstimmig billigte, dass im Gegenzug die städtische Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mittelschule und die Wasserversorgung der Stadt gemeinsam einen Gewinn von rund 120 000 Euro für das Jahr 2016 erwirtschafteten.

Davon profitieren die Bürger übrigens schon seit Jahresbeginn. Denn der Wasserpreis sank wegen des satten Gewinns des Wasserwerks bereits zum 1. Januar um zehn Cent pro Kubikmeter auf jetzt 1,45 Euro. Gültig ist dieser Preis bis 2020. Neu kalkuliert wird heuer noch der Abwasserpreis für die Jahre 2018 bis 2021. Dieser soll laut Mahl trotz der hohen Investitionen halbwegs stabil bleiben.