Die Vorgaben für den Landkreis Roth sind dabei von der Zahl der Einwohner abhängig. Damit ist festgelegt, dass mindestens eine Schule, eine kirchliche Institution und ein Verein sowie 23 Einzelhandelsgeschäfte und zwölf Gaststätten Produkte aus fairem Handel anbieten müssen.

"Einen Verein haben wir, und dazu neun Eine-Welt-Läden, die meist in kirchlicher Trägerschaft sind", sagte Pichl. "In der Kategorie Schule nehmen schon jetzt das Gymnasium Hilpoltstein, das Gymnasium Roth und die Grundschule Hilpoltstein teil." Selbst das Landratsamt Roth hat sich inzwischen an der Aktion Fairtrade beteiligt und bietet bei Sitzzungen im Kreistag Kaffee und Zucker aus fairem Handel an. Was noch fehlt, sich genügend Einzelhandelsgeschäfte, die fair gehandelte Produkte anbieten, und ganz besonders die Gaststätten.

"Im Einzelhandel sind wir schon bei 20, das ist also kein großes Problem mehr", sagte Pichl. "Bei den Gaststätten sind es aber derzeit nur drei." Das ist laut Pichl umso unverständlicher, weil hier gerade einmal zwei fair gehandelte Produkte angeboten werden müssen. "Wenn sie nur Zucker und Tee aus fairem Handel kaufen würden, genügt das schon." Doch bislang kommt er hier kaum weiter, da viele Gaststätten seit Jahren feste Lieferanten haben und nicht wechseln wollen. Pichl gibt sich zuversichtlich: "Das bekommen wir noch hin."