Das Line-up steht, die Plakate sind gedruckt: Die Organisation für das Festival Hip live ist auf der Zielgeraden.
Das Line-up steht, die Plakate sind gedruckt: Die Organisation für das Festival Hip live ist auf der Zielgeraden. Die T-Shirts mit Hip live-Aufdruck kann man übrigens kaufen, im Vorfeld in der Residenz und am Abend auf dem Festival für 9,90 Euro.
Schmidt
Hilpoltstein

„Wir starten wieder durch“, sagt Bürgermeister Markus Mahl, „denn das Flanierkonzept der letzten Jahre funktioniert“. Schließlich ist laut Organisatorin Alexandra Kötschau der Abend darauf ausgelegt, dass die Besucher von Bühne zu Bühne ziehen. Ihr Mitstreiter Harry Rödig ergänzt, dass ein weiterer Grundgedanke der Veranstaltung sei, Jung und Alt zusammenzubringen – „und wie geht das besser als mit Musik“. Bei der letzten Auflage hätte er auch beobachtet, dass „Menschen aller Generationen“ unterwegs waren.

Und zum Entdecken wird es am 16. September genug geben: Elf Bands werden sich sechs Bühnen teilen. Angefangen mit dem Areal rund um den Döderleinsturm, wo Jazz Me Up, eine fünfköpfige Gruppe, spielt, während die Besucher sich bei den Lohbachlerchen mit Wein, Federweißem und Zwiebelkuchen stärken können.

Ein paar Meter weiter wird „Heimatmusik“, wie Kötschau es nennt, in den Innenhof des Gasthauses Schwarzes Roß locken: Die Fexer werden abwechselnd mit Hip da Banda unterhalten. Die erste Band nennt sich mit drei Mann die „kleinste Blaskapelle der Welt“ und macht seit zwölf Jahren zusammen Musik. Hip da Banda sind – wie es der Name schon verrät – eine örtliche Brassband, die mit neun Musikern auf der Bühne stehen wird. Vier Trompeter, zwei Posaunisten, ein Tubist und ein Schlagzeuger machen „handgemachte“ Blechmusik. Die Bewirtung an dieser Bühne übernimmt das Gasthaus.

Wenn sie den Innenhof wieder verlassen, stehen die Besucher fast schon vor der nächsten Bühne am Marktplatz vor dem Rathaus. Und dort könnten die Musikbegeisterten aus der Region auf bekannte Gesichter treffen: Sajojo aus Greding hat bereits beim Challenge gespielt. Die Sieben-Mann-Band wartet mit einem breiten Repertoire von Coversongs bis Eigenkompositionen auf. Und auch kulinarisch haben die Gäste eine breite Auswahl: Neben dem Stadthallen-Griechen wird der Reit-Club Stephansmühle allerlei Süßes und auch „Olli“ und „Inge“ anbieten. „Das sind Getränke“, klärt Kötschau auf, „ich glaube mit Ingwer, eines mit und eines ohne Alkohol“. Aber auch das Bistro und der Gasthof zur Post bieten Essen an.

Wieder ein paar Schritte weiter wird einer der Mitorganisatoren des Musikfestivals selbst auf der Bühne stehen: Harry Rödig ist Teil der Zweimann-Combo November, die Akustikmusik und Gesang anbieten. „Wir spielen alles von den 60er-Jahren bis heute“, erzählt Rödig. Dazu übernimmt die Fußballabteilung des TV Hilpoltstein die Bewirtung mit Getränken und Snacks.

Wenn die Besucher im Anschluss weiterschlendern wollen, müssen sie sich entscheiden: Entweder können sie im Café Grimm oder am Burganger weiter Musik genießen. Wenn man den Weg zum Café Grimm einschlägt, trifft man entweder auf das Elena Jank Duo oder auf die Gruppe BlackBird, denn die beiden Bands teilen sich die Bühne. Elena Jank könnte den treuen Hip live Besuchern noch ein Begriff sein, denn sie hatte bei der letzten Auflage 2015 die Rolle des Springers von Bühne zu Bühne übernommen. Die Veranstalter beschreiben ihren Stil kurz mit „abwechslungsreich“, denn von nachdenklich bis fröhlich, schnell und langsam ist alles dabei. BlackBird ist ein Thalmässinger Trio und bewegt sich auf den Spuren von Bob Dylan oder den Eagles.

Dann aber steht der Weg zum Burganger an. Auch, wenn die Besucher an diesem Septemberabend vielleicht dank der kühlen Herbsttemperaturen frieren sollten, die Gruppen auf der letzten der sechs Bühnen heizen ihnen sicher wieder ein. Battery High, Knockout Concept, At The Jerry House und nicht zuletzt Devil’s Ambulance spielen in dieser Reihenfolge. Erstere schwankt zwischen Rock und Metal und Knockout Concept sind für Kötschau „pure Energie“, denn sie spielen irgendetwas zwischen Postcore, Popcore und Metalcore. At The Jerry House aus Allersberg sei ein „Geheimtipp der Indie-Rock-Szene“, so die Organisatoren. Devil’s Ambulance stellt bei all diesen Gruppen den Headliner da. Die Band aus Hilpoltstein macht „Trash Metal der alten Schule“, wie sie selbst sagen. Die Bewirtung am Burganger übernimmt der Musik- und Heimatverein – „Wie gesagt, man muss alle Generationen zusammenbringen“, sagt Rödig schmunzelnd. Da muss sogar Mahl kurz lächeln.

Ein halbes Jahr haben Alexandra Kötschau vom Residenz-Team und Harry Rödig (ehrenamtlich) die Veranstaltung geplant. Da die beiden aber bei der Absage 2016 allen Gruppen zusicherten, dass sie wieder auf sie zukommen würden, ist das Line-up fast identisch zum vergangenen Jahr, nur die Fexer sprangen für die Hundskrüppel ein. Mit den improvisierten Auftritten, die einige Bands nach der Absage im vergangenen Jahr spielten, hatte das Team übrigens genau deshalb nicht zu tun: „Wir wollten allen die Chance geben, nicht nur ein paar wenigen“, sagt Rödig.

Doch auf einen der wichtigsten Aspekte haben die Veranstalter keinen Einfluss: das Wetter. Nachdem der Regen das letzte Festival schon ins Wasser fallen ließ, ist Kötschau aber optimistisch: „Es soll laut Wetterbericht nicht regnen – Stand heute“.