Hilpoltstein: Rakete für den Ententanz
Foto: Robert Kofer
Hilpoltstein

Die kostümierte Stadtkapelle wartet schon in der Kälte, die Schaulustigen - vor allem die maskierten Kinder - haben sich im Kreis vor dem Rathaus aufgestellt. Alle warten auf die Flecklaskinder, die, angeführt von Elisabeth Dietz, aus der Tür stürmen. Sofort bildet sich die erste Polonaise und schlängelt sich über den Marktplatz. Berührungsängste gibt es nicht, Captain Amerika hüpft so ausgelassen mit wie zwei kleine holde Feen. "Die Hände zum Himmel" stimmt die Stadtkapelle einen unverwüstlichen Faschingshit an und schon geht es weiter. Elisabeth Dietz erklärt dem Publikum, wie die Rakete (Klatschen, Stampfen, Abheben) funktioniert und die Kinder machen gerne mit, denn trotz Sonnenstrahlen ist es sehr kalt. Da macht der alte Faschingsbrauch des Winteraustreibens wieder Sinn.

Aber auch vor den peitschenknallenden Flecklasmännern nimmt die Kälte nicht Reißaus. Nicht einmal die Kinder fürchten sich vor den Hilpoltsteiner Brauchtumsgestalten. "Früher haben wir schon Angst gehabt", sagt Elisabeth Dietz und verrät einen alten Trick, wie man dem Flacklasmo entkommen kann. Man muss nur die Kirchentreppe hinauf rennen, dann ist man sicher. Die katholische Kirche bietet Schutz vor heidnischen Gestalten.

Absolut irdisch ist der Ententanz, ebenfalls ein Faschingsklassiker, den die Stadtkapelle spielt. Er geht nahtlos in die nächste Polonaise über, dann zeigen die vielen Flecklaskinder ihren einstudierten Tanz, den das Publikum mit der inzwischen einstudierten Rakete feiern. Trotz der vielen Bewegung wollen jetzt alle lieber ins Warme. Der Zug zur Stadthalle formiert sich, die Stadtkapelle marschiert vorne weg, die Hilpoltsteiner Kinder hinterher. Denn in der dekorierten Stadthalle gibt es nicht nur die letzte Faschingsfeier des Jahres, auch warme Würstchen warten auf die jungen Gäste.