Mittwoch, 30.05.2012 |

 

07.02.2012 19:42 Uhr | 113x gelesen
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Ein "Kümmerer" für die Gemeinden


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Hilpoltstein/Roth (HK) Die Einführung eines Zukunftscoaches, der der zunehmenden Abwanderung junger Menschen vom Land in die Stadt begegnen soll, hat im Mittelpunkt des Kreisausschusses am Montagnachmittag im Landratsamt Roth gestanden.


Hilpoltstein: Ein "Kümmerer" für die Gemeinden
Wo geht es hin mit den Gemeinden? Für Hilpoltstein sieht es dank weiterführender Schulen, guter Verkehrsanbindung, urbaner Strukturen und vielen sozialen Einrichtungen nicht schlecht aus – es wächst. Dort wo es ländlicher wird, ist allerdings das Gegenteil der Fall. Mittels Coach will man nun seitens der Metropolregion dem Bevölkerungsschwund entgegenwirken. - Foto: Bader
Die Vermarktung des Landkreises als attraktiven Wohnort, der Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel und der Versuch, junge Menschen nach ihrer Ausbildung zur Rückkehr in die Region zu bewegen: Das sind laut Simone Schwab vom Regionalmanagement des Landkreises die Hauptaufgaben eines sogenannten Zukunftscoaches.

„Die Geschäftsstelle der Metropolregion Nürnberg will solche Coaches beantragen, die dann zu 70 Prozent gefördert werden – wir müssen entscheiden, ob wir uns beteiligen, ob auch wir einen solchen Coach wollen“, erklärte Landrat Herbert Eckstein (SPD). „Ich stelle mir dabei vor allem einen Kümmerer vor, der den Gemeinden zur Seite steht, die Probleme haben, junge Menschen anzulocken oder zu halten“, betonte er. „Und ich möchte, dass wir ein deutliches Zeichen setzen, dass auch wir uns für eine solche Unterstützung unserer Gemeinden entscheiden.“

Mit knapp 200 000 Euro veranschlagt Simone Schwab die Kosten für drei Jahre, von etwa Mitte 2012 bis Mitte 2015. Neben den Personalkosten sind darin auch die geschätzten Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit, Reisen und Büroausstattung inbegriffen. „Bei einem Eigenanteil von 30 Prozent kommen dann Kosten von rund 60 000 Euro auf uns zu“, so Schwab.

„Wir wissen um die Bevölkerungsentwicklung und je ländlicher es wird, umso schwieriger wird es auch“, räumte Udo Weingart (CSU) ein. „Aber wir brauchen nicht noch einen, der nur Zahlen sammelt, wir brauchen jemanden, der konkret etwas tut.“ Bei der Suche nach einer geeigneten Person hat Weingart vor allem die Mitarbeiter der Unternehmerfabrik im Auge: „Das ist genau ihr Geschäft, hier sollten wir jemanden suchen, der sich zusätzlich um diesen Teilbereich kümmert.“ Eine zusätzliche Stelle will Weingart nicht schaffen. „Auch 60 000 Euro sind viel Geld, wenn nichts dabei herauskommt.“

Eckstein hingegen sieht durch die hohe Förderung die Chance, mit vergleichsweise „wenig Eigenmitteln des Landkreises“ die Gemeinden zu stärken und die bisherigen Anstrengungen des Regionalmanagements fortzusetzen. „Wir haben immer die große Hektik, wenn es einen Zuschuss gibt“, beklagte daraufhin Wolfgang Kelsch (SPD). „Es sind für uns nur 60 000 Euro, das ändert aber nichts daran, dass der Steuerzahler die gesamten 200 000 Euro zahlen muss.“ Trotzdem sieht Kelsch es „als erste Bürgerpflicht“, die Entwicklung der Gesellschaft im Auge zu behalten.

Richard Erdmann (SPD) zeigte sich wie Kelsch überzeugt, dass sich im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung und der Flucht aus dem ländlichen Raum vor allem die Gesellschaft ändern müsse. „Ein Coach wird nicht helfen – ich halte davon wenig.“ Walter Schnell (FW) zog zudem in Zweifel, ob man für die Gehaltseinstufung auch einen wirklich guten Coach bekommen kann. „Einen Wissenschaftler bekommen wir um diesen Preis nicht. Aber wenn wir einen Schnarcher kriegen, ist es auf alle Fälle zuviel.“

„Wir sollten trotzdem ein Zeichen setzen“, betonte Eckstein. „Wir sollten zeigen, dass wird das Problem sehen und sollten zeigen, dass wir etwas dagegen tun wollen“, betonte er. Dieser Auffassung schlossen sich die Ausschussmitglieder an und befürworteten einen Zukunftscoach für den Landkreis. Allerdings ist dies nur die Befürwortung des Antrags. Ob auch wirklich ein Zukunftscoach nach Roth kommt, bleibt abzuwarten.

 


Von Kai Bader

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