Hilpoltstein: Auge in Auge mit der Ente
Bastian Niethammer mit einem seiner Motive, nämlich "Aug' in Aug' mit einer Ente". - Foto: Unterburger
Hilpoltstein

Doch da quakte es plötzlich hinter ihm. Er drehte sich um und blickte einer frechen Ente direkt entgegen. Schnell die Kamera auf Augenhöhe gebracht und abgedrückt.

Das Bild "Aug in Aug mit einer Ente" ist eines der herausragenden Fotos, die der Wendelsteiner Fotograf Bastian Niethammer zurzeit im Café Grimm ausstellt. In der Ausstellung zeigt er rund 25 bis 30 Bilder aus allen Bereichen. Auch Landschaftsaufnahmen der Region und emotionale Augenblicke vom Challenge-Wettkampf 2017 sind dabei.

"Schon lange spielte ich mit dem Gedanken, mir eine Kamera zu kaufen, da mich die Vielzahl an neuen Blickwinkeln und Perspektiven sowie die unzähligen technischen Möglichkeiten der Kameraeinstellungen und Bildbearbeitung reizten", erzählt der 37-jährige Hobbyfotograf. "Ende 2015 war es dann so weit und meine erste Spiegelreflexkamera lag im Einkaufskorb."

Wenn man mit der Fotografie beginnt, fängt man an, seine Umwelt ganz anders wahrzunehmen. So ging es jedenfalls Bastian Niethammer. Gerade in der Natur oder aber auch im ganz normalen Alltag entdeckt er immer wieder neue Motive und Blickwinkel, die er zuvor nicht kannte oder gar nicht wahrgenommen hatte.

Makroaufnahmen wie im elterlichen Garten - ob Insekt oder Flora - faszinieren Bastian. Die vergrößerte Sicht wirke wie ein Tor in eine andere Welt. Das weiträumig bepflanzte Grün seiner Eltern ist für ihn in den Sommermonaten eine große Spielwiese. Man müsse einfach nur genauer hinsehen, sich auf die Lauer legen und Geduld mitbringen - so entdecke man die große Welt der Nahaufnahmen, sagt er. Solche Detailbilder der kleinen Tiere würden einem die Meisterwerke der Natur zeigen. Auch im normalen Alltag entdeckt er als Fotograf ständig neue Motive und Blickwinkel, die Bastian Niethammer vorher nie bewusst wahrgenommen hatte.

Bei der Motivwahl grenzt sich Bastian Niethammer nicht allzu sehr ein. Er liebt die breite Facette der Fotografie und probiert ständig Neues aus, ob Architektur, Stillleben oder Porträts. Auch experimentelle Fotografie mit Licht und Feuer begeistern ihn. Selbst der Besuch im Zoo ist immer wieder auf ein Neues spannend und irgendwie anders.

Das Tolle am Fotografieren, so Bastian Niethammer weiter, ist das Abtauchen und Entspannen vom Alltag. Wie auch beim Sport oder anderen Hobbys vergesse man einfach mal seine Gedanken, den Stress im Job oder andere Probleme. Man könne loslassen und sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren.

"Alte Fotografenweisheit - die Perspektiven des Lebens erkennt man erst, wenn man auch mal am Boden liegt", zitiert er den Schriftsteller, Filmkritiker und Drehbuchautor Stephan Rogal. Auch Bastian Niethammer lag schon am Boden, doch das Fotografieren hätte ihm immer wieder neuen Lebensmut gegeben.

Niethammers erste eigene Ausstellung fand in der Wendelsteiner Bücherei statt. Die Fotoausstellung im Hilpoltsteiner Café Grimm ist bis 8. Oktober zu sehen.