Über die Partei- und Gemeindegrenzen hinweg besuchten Kommunalpolitiker den Vortrag des Geschäftsführers der kommunalen Schwabacher Wohnungsbaugesellschaft Gewobau, Harald Bergmann. Der stellvertretende SPD-Bezirksvorsitzende Marcel Schneider skizzierte zu Beginn das Spannungsfeld, in dem sich der Wohnungsmarkt aktuell befindet: "Während die Mieten unaufhörlich steigen, sinkt beispielsweise das Rentenniveau - für viele gerade ältere Menschen eine fatale Entwicklung. Wir können aber auch gerade jungen Menschen oft keine adäquaten, da bezahlbaren Wohnangebote mehr machen", sah er den drohenden Wegzug junger Menschen als "Damoklesschwert", das aktuell über der Region schwebe.

Aussagen, welche die beiden Bürgermeister aus Heideck und Thalmässing, Ralf Beyer und Georg Küttinger, mit konkreten Beispielen untermalen konnten. Ihre Erfahrungsberichte von Mietsuchenden, die verzweifelt bei ihnen im Rathaus aufschlugen, verdeutlichten, wie groß der Mangel an Wohnraum selbst in den ländlich geprägten Gemeinden mittlerweile ist.

Vor einer ähnlichen Situation sieht sich auch die Stadt Schwabach gestellt, drängen doch insbesondere viele Menschen, die im Landkreis sowie im Nürnberger Süden keine Wohnungen mehr finden, in die benachbarte Goldschlägerstadt. Die Gewobau schafft hier mit verschiedensten Neu- oder Umbauprojekten Abhilfe, wenn auch sie der Nachfrage bei weitem nicht hinterherkommen kann, berichtete Bergmann beispielsweise von knapp 1000 Personen, die aktuell auf der Warteliste der kommunalen Schwabacher Wohnungsbaugesellschaft geführt würden.

Im Rahmen seines Vortrages räumte der Geschäftsführer auch mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: "Sozialer Wohnungsbau richtet sich nicht nur an besonders bedürftige Menschen." So seien die gesetzlich festgelegten Bruttojahreslohnsummen so breit gefasst, dass weite Teile der Bevölkerung Anspruch auf eine staatlich geförderte Wohneinheit hätten.

Im weiteren Verlauf des Abends erläuterte Bergmann auch die verschiedenen Fördersäulen, welche Kommunen, aber auch private Investoren, zur Schaffung bezahlbarer Wohnungen in Anspruch nehmen können. Bei bis zu 30 Prozent Zuschuss und einem zinsvergünstigten Darlehen von 60 Prozent bei lediglich 10 Prozent Eigenmitteln handelt es sich bei sozialem Wohnungsbau in keinem Fall um ein "Draufzahlgeschäft", motivierte Bergmann die anwesenden Gemeindevertreter, sich zukünftig der Herausforderung verstärkt zu stellen.

In der anschließenden Diskussion fasste der SPD-Kreisvorsitzende Sven Ehrhardt insbesondere die großen Leerstände in den Innenstadtbereichen ins Auge. "Diese mit großzügiger staatlicher Förderung als Wohnraum umzunutzen, würde nicht nur den angespannten Wohnmarkt entspannen, sondern auch das Stadt- und Gemeindebild aufwerten." Über die Wichtigkeit, die Bevölkerung bei solch zukunftsweisenden Projekten mitzunehmen, berichtete der Georgensgmünder Bürgermeister Ben Schwarz, der sich auch interkommunale Kooperationen zur Realisierung und der anschließenden Verwaltung von Wohnbauprojekten vorstellen kann.

Von einem konkreten Vorhaben, welches derzeit in Thalmässing verwirklicht werde, berichtete der Thalmässinger SPD-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Schermeyer. "Viele Landkreisgemeinden werden in den nächsten Monaten nachziehen", war sich die dritte Heidecker Bürgermeisterin und örtliche SPD-Vorsitzende Maria Brunner zum Abschluss des Diskussionsabends sicher.