Einen Wandel im positiven Sinne hat vor allem die Gripsergasse durchgemacht.

Die Maßnahme stieß nicht nur auf Gegenliebe: Von Hausnummern ging man zu Straßenbezeichnungen über. Diese ließen ein immer größer werdendes Straßennetz übersichtlicher werden, wie Heiß erklärte. In Greding haben die Straßen dafür schon länger Namen, die nach der dort ansässigen Handwerkszunft wie Fleischergasse, Schustergasse und Mälzergasse im Mittelalter benannt wurden. Zur einfacheren Orientierung wurde das Verkehrsnetz nach Orten unterteilt wie Hausener-, Kraftsbucher- oder Nürnberger Straße. Zudem wurden laut Heiß wichtige Personen bedacht, etwa die Jakob-Engel-Straße, die Gabrielistraße und die Hans-Sachs-Straße. Engel baute das Gredinger Stadtschloss, das ehemalige Fürstbischöfliche Jägerhaus, in dem heute die Raiffeisenbank untergebracht ist, wurde nach Plänen des Fürstbischöflichen Hofbaudirektors in Eichstätt, Gabriel de Gabrieli, errichtet und Hans Sachs war ein Nürnberger Meistersinger.

"Unterm Kalvarienberg" war nach den geografischen Gegebenheiten betitelt worden, außerdem wurden Straßen Gebäuden oder Örtlichkeiten zugeordnet, wie etwa die Schulstraße, Zur Achmühle, An der Autobahn sowie die Bahnhofstraße.

Der Altbürgermeister spannte immer wieder einen Bogen, zwischen den Gredinger Straßenbezeichnungen im Mittelalter, die mitunter im Laufe der Zeit neueren Straßenbezeichnungen weichen mussten. In dieser Zeit lebten etwa 1000 Menschen innerhalb der Stadtmauern. Momentan leben etwa 350 Menschen noch innerhalb der Mauern und die übrigen in den weit verzweigten Siedlungsgebieten um den Kalvarienberg herum oder in den Dörfern. Momentan gibt es etwa 170 verschiedene Straßennamen im Gebiet der Stadt Greding.

Heiß zeigte durch ein Bild, dass Gredings schönste und romantischste Straße: Das sei die Gripsergasse mit den beiden Türmen und der renovierten Stadtmauer. Wenn man allerdings bedenkt, dass "gripsen" früher "stehlen" hieß, hat sich die Gasse zum Guten gewandelt. Die frühere Mulzergasse, die direkt an der Stadtmauer lag, beherbergte viele Mälzer (Brauereiknechte). Die Martin-von-Eyb-Straße wurde nach dem Fürstbischof zu Eichstätt benannt und Adalbert Stifter war ein bekannter Schriftsteller. Ihren Namenspatron wollte die Kolpingsfamilie Greding berücksichtigt wissen. Heinrich Herold war ein Gönner der Stadt, der unter anderem die beiden Brunnen in der Innenstadt stiftete. Einen Namen machte sich der Bürgermeister Albert Lux etwa bei der Gebietsreform. Zudem fanden, wie Heiß erklärte, bundesweite Ereignisse Anklang: Die Leipziger Straße bekam ihren Namen nach dem Mauerfall.

Außerdem ging der ehemalige Rathauschef auf das neue Baugebiet ein: Im Distelfeld werden künftig Namen wie Finken- und Amselweg zu lesen sein.

Überrascht waren die Teilnehmer bei einem bildlichen Streifzug durch die Stadt: Viele der alten Häuser tragen Wappen, die oft übersehen werden. Auch der Blick auf das Innenstadtensemble - vom Schloss über die Kirche zum Rathaus - zeige: Gredings Herzstück ist gut erhalten geblieben.

Besonders war auch die Art des Vortrags: Die Zuhörer wurden oft mit einbezogen und so konnte auch Heiß von den Kolpingmitgliedern noch die eine oder andere Geschichte zum Thema erfahren.