Greding: Stadt stellt "Waldsofas" auf
Da lässt es sich gemütlich anstoßen: Margit Hill (auf dem Sofa) hat mit ihrer Wandergruppe die Sitzgelegenheit am Kalvarienberg gestiftet. Auch Bürgermeister Manfred Preischl saß Probe. - Foto: Unterburger
Greding

Als Bürgermeister Manfred Preischl und Samantha Thimm, verantwortlich für Tourismus und Fremdenverkehr der Stadt Greding, in luftiger Höhe über der Stadt aus dem Auto aussteigen, werden sie von mehr als 20 Mitgliedern der Wandergruppe von Margit Hill mit Sekt, Brezen und Stadtwurst empfangen. Der Regenschauer hat alle pitschnass gemacht, doch die Leute sind lustig und es herrscht beste Stimmung.

Der Anlass steht fest verankert im Boden. Ein sogenanntes "Waldsofa" wird eingeweiht. Auf den ersten Blick schaut es aus wie ein hölzerner Liegestuhl, doch wenn man das Ding genauer betrachtet, sieht man, dass es sich um eine massive Konstruktion handelt. Das Waldsofa lädt Spaziergänger ein, sich hier oben auszuruhen und den fantastischen Blick auf die Stadt Greding zu genießen. In der Ruhe liegt die Kraft. Es ist nicht eine einfache Ruhebank, nein, man kann sich hinlegen und alle Viere von sich strecken.

"Wir von der Wandergruppe feiern im nächsten Jahr unser 25-jähriges Jubiläum und im Vorfeld sind wir auf die Idee gekommen, eines von den drei neu aufgestellten Waldsofas zu sponsern", erzählte Margit Hill. "Damit wollen wir die Gredinger Wanderwege aufwerten." Die lustige Wandergruppe entschied sich, das Waldsofa auf dem Kalvarienberg zu bezahlen.

Und wie brachte sie den Betrag von 612 Euro pro Waldsofa zusammen? "Wir haben vereinbart, dass jeder, der an einer Wanderung teilnimmt, einen Euro in eine gemeinsame Kasse gibt", verriet Margit Hill, "im Lauf der Jahre kommt da schon ein bisschen was zusammen." Mit den Ersparnissen habe die Wandergruppe in den zurückliegenden Jahren eine Reihe von sozialen Einrichtungen, beispielsweise das Frauenhaus in Schwabach, unterstützt - und nun habe man sich dazu entschlossen, ein Waldsofa zu sponsern.

Bevor die Wandergruppe auf die neue Wander-Attraktion mit Sekt anstößt, überreicht Bürgermeister Manfred Preischl ein kleines Metallschild, einen Hammer und ein paar Nägel an Margit Hill, die das kleine Schild annagelt. Ist ja logisch. Wenn schon ein komplettes Waldsofa gesponsert wird, dann dürfen die Spaziergänger und Benutzer des Waldsofas auch erfahren, wer der edle Spender ist.

Als der Regen aufhört, wird das Waldsofa schnell mit einem Handtuch trockengewischt, denn der Bürgermeister und Margit Hill sollen für das Erinnerungsfoto auf dem Sofa Platz nehmen. Das machen die beiden, ohne Angst vor der Nässe zu haben, und die Wanderfreunde gruppieren sich lachend um die zwei Wagemutigen.

Übrigens: Neben dem Standort auf dem Kalvarienberg steht ein weiteres Waldsofa am Adolf-Hackner-Weg (Wanderweg Nummer 10) bei den Streuobstwiesen von Manfred Holzmann. Ein drittes Sofa steht an der Schlaufe 19 des Altmühltal-Panoramaweges am Euerwanger Bühl.