Bei der Übergabe der Stadtmedaille an Rudolf Fischl (Mitte).
Bei der Übergabe der Stadtmedaille an Rudolf Fischl (Mitte). Es gratulierten Landrat Herbert Eckstein (links), Schwarzachkönigin Stefanie Dienstbier (ab 2. von rechts) und Bürgermeister Manfred Preischl. Auch die Familie ist mit in den Sonderausstellungsraum des Archäologiemuseums gekommen: Fischls Frau Christa (mit Blumenstrauß), Tochter Theresa und Sohn Christoph.
Klier
Greding

Fast 33 Jahre lang war Rudolf Fischl Mitglied des Gredinger Stadtrats gewesen. Bürgermeister Manfred Preischl erinnerte sich an die fünf Jahre, in denen er mit dem Geehrten zusammenarbeiten konnte. "Die Zeit mit dir war wohltuend", stellte Preischl fest, "wenn sich der Rudi zu Wort meldete, dann hörten alle zu." Ein breiter Fundus an Erfahrung und Wissen habe seine Arbeit gekennzeichnet. Am 16. Februar 2017 war er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Stadtrat ausgeschieden. Die Goldene Stadtmedaille, so Bürgermeister Preischl, sei eine besondere Auszeichnung, die nur ganz selten verliehen werde. Bisher erst zehn Mal. Sie sei für Personen bestimmt, die neben ihren außergewöhnlichen Verdienste für die Stadt auch in der Öffentlichkeit der Großgemeinde als Persönlichkeit geachtet und anerkannt sind. Einstimmig hatte daher die Mitglieder des Gredinger Stadtrats am 10. August diese Würdigung für Rudolf Fischl beschlossen.

Nach der Übergabe von Medaille und Urkunde wandte sich Bürgermeister Preischl an Fischls Frau Christa, um ihr Dank zu sagen, dass sie "den Rudi uns zur Verfügung gestellt hat." Gerührt bedankte sich Rudi Fischl für die hohe Auszeichnung. Dass er, trotz aller Widrigkeiten des Lebens, seinen Humor nicht verloren hat, bewies er mit einer Dankesrede in Reimform, die viele zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken brachte. "So a Ehrung is ganz schöi", begann er, um dann auf die vielen Jahre im Stadtrat zurückzublicken. "Mach, wos mogst, g‘lobt werst nie!", hieß es da. Die Grundschule Meckenhausen wird ihren "Hauspoeten" Rudi Fischl vermissen, der als langjähriges Mitglied des Lehrerkollegiums viele Schulfeiern mit seinen pfiffigen Mundartgedichten bereichert hatte. Aber zumindest heute wurde er gebührend gelobt. Auch von Landrat Herbert Eckstein, der zunächst den Begriff "Sonderausstellungsraum" aufgriff und humorvoll überlegte, ob sich das auf die Anwesenden beziehe.

"Je länger die Amtszeit, desto schöner der Ärger."

Herbert Eckstein

 

Dann aber verlas er zur allgemeinen Überraschung eine Würdigung des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann für Rudi Fischl. In Anerkennung der besonderen Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung erhielt er die Verdienstmedaille in Bronze.

"Je länger die Amtszeit, desto schöner der Ärger", fuhr der Landrat fort, als er auf gemeinsame politische Zeiten zurückblickte. Fischl habe den Finger in die Wunde gelegt und gesagt, was sich andere nicht getraut haben. "Eigentlich hätt'st Pfarrer wern solln, aber dann bist Lehrer g'worn", fuhr er fort. Fischls verschmitzter Humor habe immer wieder Situationen bereinigt, mal feinsinnig, manchmal etwas derber. "Politik können wir nur machen, wenn es uns gefällt", schloss der Landrat, "wir sind deshalb besser, weil wir Vielfalt in unserem Land haben."