Eysölden: Abseits der Berliner Luft
Die schnelle Fütterung der Kühe im Laufstall demonstriert Manfred Dorner den Berliner Journalisten, die mit Gerda Hasselfeldt (2. v.r.) und Marlene Mortler (4.v.r.) nach Eysölden gekommen sind. Auch Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf (3. v.r.) und BBV-Kreisobmann Thomas Schmidt (3.v.l.) werben für die moderne Landwirtschaft. - Foto: Luff
Eysölden

Es war für die Hauptstadtjournalisten, die im Schlepptau der CSU-Landesgruppenvorsitzenden Gerda Hasselfeldt unterwegs waren (siehe Seite 21), mit Sicherheit der außergewöhnlichste Termin, Bauernhöfe sind in der Kapitale schließlich äußerst rar gesät. Vorurteile abzubauen und Einblick in die moderne Landwirtschaft zu geben, sei ihr ein Anliegen, so die Chefin der CSU-Abgeordneten im Bundestag. „Manches Mal sind für die Kommentierung ein Background und Verständnis wichtig“, erklärte Hasselfeldt. Anliegen der bayerischen Landwirtschaft in der Gesetzgebung müssten oft gegen Vorurteile ankämpfen. Bei solch einem Einblick könne sie Journalisten zeigen, „dass die moderne Tierhaltung auch zum Wohl der Tiere ist“.

Diese Aussage unterfütterte Manfred Dorner mit Zahlen aus seinem Betrieb: Rund 7000 Kilogramm Milch lieferten seine 75 Kühe im Jahr, die per Melkroboter gemolken werden. Weit mehr als dies in früheren Zeiten der Fall war, durch eine per Computerprogramm abgestimmte Fütterung würden immer bessere Ergebnisse erzielt. „Die Kühe, die am meisten Milch geben, leben auch am längsten“, erläuterte der BBV-Kreisobmann Thomas Schmidt. Nur eine gesunde, kräftige Kuh sei zu außergewöhnlichen Leistungen fähig.

Dorner führte auch seinen Traktor vor, der mittels GPS gesteuert wird. Das Navi eines Autos weise eine Genauigkeit von 15 Metern auf, sagte er. Das System, das er benutze, habe eine Toleranz von nur zwei Zentimetern. Dafür habe er jedoch kräftig investieren müssen, „etwa einen Kleinwagen“, verdeutlichte er die Dimension. Dafür könne der moderne Landwirt nicht nur Sprit und Samen sparen, sondern auch Pflanzenschutzmittel überaus exakt dosieren und ausbringen – ein Beitrag für den Umweltschutz. Zu all dieser Technik brauche man aber auch „so tüchtige Bauern“, lobte Werner Wolf, der Chef des Rother Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Die aber hätten nach dem heißen Sommer zum Teil Existenzängste. Neben deutlichen Ernteeinbußen mache auch der Preisverfall bei manchen Produkten den Bauern schwer zu schaffen. Dorner weiß um die Nöte der Kartoffelbauern sehr gut Bescheid – nicht nur, weil er die Knolle selbst anbaut. „Wir haben in der Region eine Whatsapp-Gruppe ’Kartoffel’.“