Eckersmühlen: Besinnlich und abwechslungsreich
Der Singkreis und die Kantorei Roth verschmelzen zu einem Chor und begeistern das Publikum mit einer wunderbaren Mehrstimmigkeit. - Foto: Unterburger
Eckersmühlen

"Katja Lobenwein hat das wunderbare Kunststück geschafft, dass sie an der Orgel sitzt und gleichzeitig den Chor dirigiert", lobte Pfarrer Bernhard Nikitka die Gesamtleiterin. Deren Werk sollten die Zuhörer ohne Ablenkung zuhören, wie der Geistliche mit einem humorvollen Begrüßungsgedicht forderte: "Nun die Ohren gespitzt, nicht geraschelt, Handys aus, sonst gibt's Saures, die Herzen offen für die Frohbotschaft und in diesem Sinne: Aufgepasst!" Pfarrer Nikitka beteiligte sich auch als aktiver Sänger im Chor und als Solist und überzeugte durch ein bemerkenswertes Können.

Mit einem feierlichen Vorspiel auf der Orgel stimmte Lobenwein auf den wunderschönen Konzertabend ein. Sie spielte das Lied "Macht hoch die Tür" mit einer Intrade von Karl Wolfrum (1856-1937), der Melodie von Halle 1706 und dem Satz von Josef Michl.

Dann zeigten der Singkreis und die Kantorei ihr Können mit den beiden Liedern "Nur darum" und "Ein Kind so, so wie viele". Diese beiden Lieder hat der christliche Komponist und Musiker Klaus Heinzmann, geboren 1944, geschrieben. Beim zweiten Lied beeindruckte Bernhard Nikitka mit einem eindrucksvollen Solo-Part. Ein Quartett, bestehend aus Lobenwein, Cornelia Bürkle, Nikitka und Klaus Reinard, wagte sich an mehrere anspruchsvolle vierstimmige Lieder, die souverän vorgetragen wurden: Es waren dies etwa die Weisen "Wie soll ich dich empfangen" und "Dein Sohn, o Gott, der Trost der Frommen" von Wolfgang Carl Briegel.

Bestechend waren mehrere Soli von Katja Lobenwein. Auf dem Fagott spielte sie zusammen mit den Pianistinnen Sofia Annastassatos und Sabine Zwörner die Stücke "Hijo de la luna" von Jose Maria Cano Andres, "Tritos" von Alan Ladriere und "Have Yourself a Merry Little Christmas" von Ralph Blane und Hugh Martin. Das Zusammenspiel von Klavier und Fagott war faszinierend.

Der Singkreis Eckersmühlen und die Kantorei Roth erfreuten mit den Liedern "Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt" von Christoph Willibald Gluck, "Wenn wir Gott in der Höhe ehren, kehrt bei uns hier der Friede ein", "Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht traurig sein" von Dieter Trautwein, "Erfreute Weihnachtsnacht", "Heiliger König" und "Fröhlich soll mein Herze springen". Die beiden Chöre, die zu einem Chor verschmolzen, begeisterten das Publikum durch eine wunderbare Mehrstimmigkeit und durch eine gelungene Interpretation der ganz unterschiedlichen Liedbeiträge. Das Zusammenspiel des Frauen- und des Männerchors klappte vorzüglich. Musikalisch verstärkt wurde die Kantorei durch zwei Posaunen (Thomas Bretzner und Roland Thoma) und eine Querflöte. Zwischen den Gesangs- und Musikbeiträgen sorgte Ivy Hartmann-Hauselt mit einer modernen Weihnachtsgeschichte für Schmunzeln. Später trug die Rezitatorin noch ein Weihnachtsgedicht vor.

So wie das Weihnachtskonzert begann, so endete es auch mit Karl Wolfrum. Aus dem Vorspiel wurde ein Nachspiel auf der Orgel. Damit schloss sich der Kreis auf eine fröhliche, perfekte Weise. Minutenlanger Beifall belohnte alle Akteure für das stimmungsvolle Weihnachtskonzert. Am Ende lud Pfarrer Bernhard Nikitka die Zuhörer zu einer kleinen Stärkung ein. Weil es aber heftig schneite, durften die Konzertbesucher zurück in die Kirche, um sich aufzuwärmen, "denn eine Kirche soll auch Zuflucht bieten bei so einem unwirtlichen Wetter", so Nikita.