Die Absicht, vier weitere Klassenzimmer zu errichten, sei damals nicht als förderfähig anerkannt worden. Inzwischen habe man von der Regierung der Oberpfalz eine Förderzusage für immerhin zwei der vier zusätzlichen Zimmer.

Bereits in der April-Sitzung wurde die Sanierung und Erweiterung beschlossen. "Die Schule wird aus einem Guss", versprach nun Architekt Johannes Berschneider vom gleichnamigen Architekturbüro aus Pilsach in der jüngsten Stadtratssitzung. Den Ausführungen des Planers zufolge hat die Martini-Schule nach der Generalsanierung eine Hauptnutzfläche von 4500 Quadratmetern. Knapp die Hälfte davon, nämlich 2170 Quadratmeter, werden umgebaut und generalsaniert. 2330 Quadratmeter sind Neubau- und Erweiterungsflächen.

Die Grundschule wird im westlichen Teil des Gebäudes untergebracht. In der Mitte werden Fachräume platziert, im östlichen Teil die Mittelschule. Im Neubauteil - mit Verbindung zur Mehrzweckhalle - werden im Erdgeschoss die Mensa und ein Mehrzweckraum untergebracht, im Obergeschoss die Verwaltung und der Bereich für die Lehrer.

Für die äußere Gestaltung schlug Berschneider eine vorgehängte und hinterlüftete Fassade in Ziegeloptik vor. Deren Vorteile liegen darin, dass sich kein Schimmel bilden kann, dass die Fassage wartungsfrei ist, dass die Platten aus natürlichem Material sind und einzeln ausgetauscht werden können. Im Entwurf ist die Fassade in rot-braunen Tönen gestaltet, doch über die Farbe könne man noch diskutieren.

Im Außenbereich soll ein zentraler Pausenhof vor dem Grundschultrakt entstehen, der in separate Zonen für die Grund- und die Mittelschüler gegliedert wird. Der Allwetterplatz und die Socceranlage werden auf das ehemalige Stadelmann-Grundstück verlegt, das die Stadt für die Schulsanierung gekauft hat.

Ingenieur Anton Riedmayr vom Institut für Energietechnik Amberg stellte dann das Energiekonzept für die sanierte Martini-Schule vor. Aktuell werden 870.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr (kWh/a) verbraucht, was 87.000 Litern Heizöl entspricht. Nach der Sanierung sinkt der Wärmebedarf um 15 Prozent. Der Stromverbrauch der Schule bleibt laut Riedmayer dagegen konstant bei etwa 113.000 kWh/a.

Von den vier geprüften Varianten zur künftigen Energieversorgungs sei die wirtschaftlichste ein Wärmeverbund mit einem zentralen Erdgas-Blockheizkraftwerk. Geheizt wird die Schule hauptsächlich mit Hygieneheizkörpern sowie teilweise auch mit einer Fußbodenheizung, so Planer Robert Kaschke vom Ingenieurbüro Heid. Dazu wird jedes Klassenzimmer an die dezentrale Lüftungsanlage angeschlossen. Die sanitären Einrichtungen und die Elektroinstallation werden im gesamten Gebäude komplett erneuert.

Der erste Bauabschnitt mit den Arbeiten im Grundschulkomplex sowie dem Abbruch und dem Neubau des Mensa- und Verwaltungsteils läuft von Mai 2018 bis Juni 2019. Der zweite Bauabschnitt, in dem die Fachräumen und die Mittelschule an der Reihe sind, ist für August 2019 bis Sommer 2020 geplant. Während der Bauarbeiten werden sechs Klassen in Klassenzimmercontainern untergebracht. Dabei handelt es sich um beheizbare und klimatisierte Modulcontainer mit je 58 Quadratmeter großen Räumen. Verwaltung und Lehrerzimmer kommen ins ehemalige Schwesternhaus auf dem Gelände. Der Mensa- und Ganztagesbereich wird in Räume des Klosters ausgelagert.
 

Dorr ermahnt Ehepaar Großhauser

Das tragen wir mit", sagte Hans Kerl für die CSU. Die vorübergehende Auslagerung einzelner Klassen in Container bezeichnete er als "vertretbar". Über einen neuen Standort der Schule zu diskutieren, sei unlogisch, denn Schule, Mehrzweckhalle und Sportanlagen hörten zusammen.

Hans Gerngroß von den Freien Wählern vertrat dagegen die Meinung, dass es durchaus machbar gewesen wäre, eine komplett neue Schule auf dem Sportplatz zu errichten. Die jetzt vorgestellten Pläne gefallen jedoch den Mitgliedern der FW-Fraktion, die deshalb das Vorhaben unterstützen. Allerdings wünscht man sich eine hellere, freundliche Fassade. Bürgermeister Alexander Dorr (CSU) sagte dazu: "Die Fassade wird vorab bemustert."

Stadtratsmitglied Xaver Großhauser aus Rohr, selbst Lehrer an der Martini-Schule, bezeichnete die Planungen als gelungen - auch weil das neue pädagogische Konzept umgesetzt werde und die Wünsche der Lehrerkollegen aufgenommen worden seien. Wegen der Konzentration der Fachräume ergäben sich künftig auch kürzere Wege für die Fachlehrer.

Renate Großhauser aus der Fraktion Freystadt Gemeinsam Gestalten (FGG) erinnerte in ihren Worten an die grundlegenden Veränderungen der Freystädter Schullandschaft durch die Schließung der Möninger Schule.

Für ihren Ehemann Stefan Großhauser (SPD) ist die gesamte Entwicklung "aus dem Ruder gelaufen", weshalb er weiter für eine Wiederbelebung der Möninger Schule votierte. Beide Ratsmitglieder ermahnte Bürgermeister Dorr, nur Beiträge zum aktuellen Stand zu bringen.

Anton Ferschl (CSU) zeigte sich daraufhin enttäuscht von den Reaktionen aus der Reihen der Fraktionen von FGG und SPD: "Das Konzept wird schlechtgeredet."

Robert Hackner (FW) kritisierte schließlich die Planung der Außenanlagen als zu üppig und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, an den Unterhalt zu denken.