Der Museumshopfengarten in Spalt „ist ein Traum“, sagt Werner Wolf (links). Der Hopfen im Anbaugebiet sieht zwar auch gut aus, bräuchte aber dringend Regen, wie bei einer Begehung festgestellt wurde.
Leykamm
Spalt

Nach guter Sitte starteten die rund 40-köpfige Gruppe aus Pflanzern, Vertretern der Hopfenwirtschaft und Experten in Sachen des grünen Goldes am Kornhaus, das einst selbst einmal Umschlagplatz für Hopfen war. Der ehemalige Spalter Hopfenfachwart Josef Zeiner brauchte mit seinem Schlepper die beiden mit Sitzgelegenheiten bestückten Hänger zunächst nur bis zur Stadtbrauerei zu ziehen, wo der gut gepflegte Museumshopfengarten auf die Gäste wartete. Dessen Dolden „sind ein Traum“, hieß es einhellig.

Spalts Bürgermeister und Stadtbrauereichef Udo Weingart zeigte sich zudem erfreut darüber, dass seitens der Brauereien der Qualität der Rohstoffe im Allgemeinen und der des Hopfens im Besonderen wieder mehr Beachtung geschenkt werde. Zurecht, sorge dieser doch „für den Charakter des Bieres.“ Von dem positiven Trend profitiert auch das hiesige Anbaugebiet, das seit letztem Jahr um 15 auf nunmehr 391 Hektar zugelegt hat.

„20 verschiedene Sorte werden von den nach wie vor unverändert 55 Pflanzern angebaut“, wie Werner Wolf deutlich machte. Den Löwenanteil könne die Spitzenaromasorte „Spalt-Spalter“ mit 121 Hektar für sich beanspruchen, wie der Leiter des Rother Landwirtschaftszentrums weiter erklärte. Zu schaffen machten dem Hopfen aber die zunehmend steigenden Jahrestemperaturen und eine ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge. Würde es die nächsten Wochen ergiebig regnen, wäre das ein Segen. So bekundeten es etwa Pascal Piroue (Geschäftsführer von Hopsteiner) und Stefan Stanglmair (Einkäufer bei Barth & Sohn), die als Vertreter internationaler Anbieter von Hopfenprodukten das Geschehen in Spalt mit Argusaugen beobachten. Der Juli „ist der Hopfenflicker“, behaupteten beide.

Und in der Anbauregion heißt ein Sprichwort über den Hopfen: „Der August bringt ihn oder nimmt ihn“. Die frühe Trockenphase habe dafür gesorgt, dass die Pflanzen „gut verwurzelt sind“, äußerte sich Pflanzer Otto Scheuerlein optimistisch. Und es gäbe einen „niedrigen Krankheitsdruck“, ergänzte Johann Portner vom Hopfenforschungszentrum Hüll bei der Rundfahrt. Er befürchte aber mengenmäßig eine „bestenfalls durchschnittliche Ernte“. Es brauche eben Wasser.

Einem Spalter Pflanzer kommt dabei ein Landschaftsweiher zugute, dem anderen die Tröpfchenbewässerung. Künftig soll ein Bewässerungsverband dafür sorgen, dass alle profitieren. Das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie wird mit Spannung bis Jahresende erwartet. Eines sei aber klar: „Ohne Bewässerung verschwinden hier der Hopfen und andere Sonderkulturen wie die Kirschen“, unterstrich Friedrich Kolb, stellvertretender Vorsitzender des Spalter Hopfenpflanzerverbandes.

Der Markt selbst ist extrem aufnahmefähig. „Wir haben unsere Dolden auf drei Jahre ausverkauft – und wenn wir mehr hätten, wäre es genauso“, sagte Frank Braun, Geschäftsführer der Hopfenverwertungsgenossenschaft Spalt. Das Einstehen der Spalter Pflanzer für hohe Qualität durch Nachhaltigkeits- und ISO-Zertifizierung lobte schließlich Ludwig Hörmansperger, sein Amtskollege vom Hopfenring e.V. Künftig werde die Beachtung guter Bodenqualität für die Pflanzer immer mehr an Bedeutung gewinnen. Entsprechende Lehrgänge würden nun verstärkt angeboten. Sein Fazit: „Der Hopfen in Spalt hat Zukunft.“