Prominent besetztes Podium: Lisa Sieburger (von links), Rebecca Robisch, Stefan Böllet, Anne Kesselring, Lurl Gebrengus und Andreas Zwickel freuen sich über die Burgi-Pokale.
Prominent besetztes Podium: Lisa Sieburger (von links), Rebecca Robisch, Stefan Böllet, Anne Kesselring, Lurl Gebrengus und Andreas Zwickel freuen sich über die Burgi-Pokale.
Enzmann
Hilpoltstein

Nach dem er im vergangenen Jahr aufgrund des Sturzes seines Kontrahenten Kevin Berns leichtes Spiel hatte, war es für Dominik Maurer heuer ein großer Kraftakt, den Titel des Burgbergkönigs ein zweites Mal zu verteidigen. Denn sein Widersacher war niemand Geringerer als ein neuer süddeutscher Meister: Martin Weinländer aus Fürth hatte sich erst am vergangenen Wochenende den Titel im 5000-Meter-Bahnlauf gesichert.

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Nun entschied er sich kurzfristig am Burgfestlauf teilzunehmen und auch den Burgbergsprint zu gewinnen. Und der 22-Jährige machte Ernst: Mit rund einem Meter Vorsprung vor Maurer kam Weinländer als Erster am Fuße des Burgbergs angerauscht, doch der Aberzhausener ließ nicht locker und schaffte es tatsächlich, den Rückstand noch aufzuholen.

Burgfestlauf
Enzmann, Christoph, Lenting (Enzmann, Christoph)
Hilpoltstein

Schließlich überquerten die beiden gleichzeitig die „imaginäre“ Ziellinie vor der Burg. Ein kleines Problem ergab sich damit kurzzeitig für die Triathlonabteilung des TV Hilpoltstein, die als Organisator nur einen Kasten Bier für den Sieger bereitgestellt hatte. Doch dieses war schnell gelöst, denn Harald Grimm erklärte sich kurzer Hand bereit, den zweiten Kasten zu spendieren.

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Nicht viel hat gefehlt, und die Organisatoren hätten auch noch eine zusätzliche Flasche Sekt – die Siegprämie für die Burgbergkönigin – organisieren müssen. Denn anders als im letzten Jahr war heuer auch der Sprint bei den Frauen umkämpft. Am Ende verteidigte Anne Kesselring den Titel knapp vor ihrer langjährigen Weggefährtin und Freundin Rebecca Robisch, die sich bei ihrer Premiere in neuer Bestzeit den Gesamtsieg sicherte. „Wenn ich gegen die Resi einen Sieg holen kann, dann beim Sprint auf den Burgberg“, hatte sich die letztjährige Gesamtsiegerin Kesselring vor dem Rennen gedacht und Taten folgen lassen. „Aber es war knapp, letztes Jahr haben 80 Prozent gereicht, um die Wertung zu gewinnen, heuer musste ich Vollgas geben.“ Im Kampf um den Gesamtsieg musste Kesselring, die seit diesem Jahr nur noch hobbymäßig läuft, Robisch dann den Vortritt lassen.

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27:12 Minuten benötigte die frühere Profitriathletin für die 7,6 Kilometer und war damit so schnell, wie noch keine Frau vor ihr beim Burgfestlauf. Auf Kesselring betrug ihr Vorsprung fast zwei Minuten. Die 29-jährige gebürtige Rotherin wohnt seit kurzem in Schwabach und bereitet sich zurzeit auf den Marathon in Köln vor, den sie am 1. Oktober in einer Zeit unter 2:40 Stunden bewältigen will. „Super starker Sprint, Glückwunsch“, gratulierte Robisch Kesselring im Ziel zur Titelverteidigung beim Burgbergsprint.

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Vor rund 14 Jahren waren die beiden das letzte Mal in einem Rennen gegeneinander gelaufen. Das Podium bei den Frauen komplettierte mit Lisa Sieburger (TuS Griesheim) eine weitere Ausnahmesportlerin: Die 25-jährige aus Eschborn hatte vergangenes Jahr den Vize-Europameistertitel im Duathlon (Kurzdistanz) geholt und ist zurzeit bei Robisch zu Besuch. Diese meldete Sieburger kurzer Hand einfach mit beim Burgfestlauf an. Erstmals nicht auf dem Treppchen stand damit Christine Ramsauer, die „nur“ den undankbaren vierten Platz erreichte. „Als ich gesehen habe, wer alles am Start ist, war mir schon klar, dass es dieses Mal nicht für die Top drei reicht“, sagte sie. „Ich fand es trotzdem toll für Hilpoltstein, dass ein so namhaftes Starterfeld mit dabei war.“

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Apropos namhaft: Auch das Rennen bei den Männern hatte einen in Hilpoltstein bekannten Sportler zu bieten: Erstmals mischte sich die Nummer eins des Tischtennis-Zweitligisten TV Hilpoltstein, Alexander Flemming, unter die Läuferschar und absolvierte das Rennen in 30:28 Minuten als Gesamt-14. Seine Teamkollegen Nico Christ und Dennis Dickhardt hatte er beim Burgfestbesuch am Freitagabend noch vergebens versucht, zum Lauf zu überreden. Dafür hatte er mit Florian Bindhammer einen geeigneten Partner gefunden. Die beiden liefen den größten Teil der Strecke zusammen, am Ende musste Flemming Bindhammer aber ziehen lassen. Der Bruder von Hilpoltsteins langjähriger Tischtennis-Ikone Felix war am Ende gar nur rund vier Minuten langsamer als Sieger Stefan Böllet. Gegen ihn war erwartungsgemäß erneut kein Kraut gewachsen: Der 33-jährige des TSV Pavelsbach hatte schnell alle Verfolger abgehängt und kam in 25:24 vor Lurl Gebrengus (Schwäbisch Hall) und Andreas Zwickel ins Ziel.