Die Autobahnunterführung bei Göggelsbuch bleibt wohl einspurig.
Die Autobahnunterführung bei Göggelsbuch bleibt wohl einspurig. Der Landkreis will sich nicht an einer Verbreiterung beteiligen, wie es zunächst im vergangenen Jahr geheißen hat. Grund für den Sinneswandel sind die gestiegenen Kosten für die Brückensanierung.
Münch
Allersberg

 

 

"Unter den Vorgaben der Autobahndirektion sehe ich keine Möglichkeit, einer Verbreiterung zuzustimmen", fasste Landrat Herbert Eckstein (SPD) die Diskussion zusammen.

Im April 2016 waren die anstehenden Sanierungen der Autobahnbrücken schon Thema im Ausschuss. Dabei wurde über die Möglichkeit diskutiert, im Zuge der Bauarbeiten den einen oder anderen Brückendurchlass - unter finanzieller Beteiligung des Landkreises und der jeweiligen Gemeinde - zu verbreitern. Wird seitens der Kommunen nichts unternommen, saniert die Autobahndirektion die Brücken nach ihren Vorgaben und es würde keine Kostenbeteiligung geben. Im Fall Göggelsbuch würde die Unterführung dann 50 Zentimeter breiter werden, ansonsten wäre alles wie bisher.

Der Fahrplan des Landkreises lautete, dass er sich finanziell daran beteiligt, falls eine Verbreiterung erwünscht sei. In Göggelsbuch hieß es im April, dass sich eine Mehrheit im Dorf statt bisher eine Fahrspur plus Geh- und Radweg künftig zwei Spuren plus Geh- und Radweg wünsche. Nach der Unterführung sollte ein Fahrbahnteiler errichtet werden, um das Tempo vor dem Dorf wieder zu verringern. Ein Plan, den Wolfgang Scharpff von den Grünen schon damals "unsinnig" nannte. Erst schneller machen und dann wieder abbremsen. Zudem monierte Eckstein ironisch, dass es bei einem Verkehrsaufkommen von 750 Fahrzeugen am Tag "wirklich schlimm" sei, wenn mal einer warten muss. Doch wenn es der Wille sei, wolle der Kreis dem nicht im Wege stehen.

An Kosten für den Landkreis standen 2016 rund 310000 Euro im Raum. Schon da habe man geschluckt, so Eckstein. Der Brocken im Hals wurde heuer nach einem Ortstermin mit der Autobahndirektion noch etwas größer. Nicht nur der Baubeginn wurde da auf 2019 verschoben, auch von erheblichen Kostensteigerungen war plötzlich die Rede. Statt 2,8 Millionen Euro kostete die Brücke nun 4,8 Millionen Euro. Entsprechend schnellte auch der kommunale Anteil nach oben. 530 000 Euro sollten nun vom Landkreis zugezahlt werden. Viel zu viel, so lautete nun die Meinung, und auch die Vorgehensweise stieß sauer auf. "Ich würde nie empfehlen, einer Vereinbarung der Autobahndirektion mit einer prozentualen Beteiligung zuzustimmen", sagte Eckstein.

Da dem Vernehmen nach in Göggelsbuch es doch keine Mehrheit für die zweispurige Variante gibt, sondern eher eine Pattsituation herrscht, wird die Brücke wohl ohne Beteiligung aus dem Landkreis Roth saniert. Zumal es nicht nur dieses eine Bauwerk gibt, in Altenfelden stellt sich die Situation ähnlich dar. Und es ist der Wille, für beide Unterführungen die gleiche Lösung anzustreben, womit man schon bei über einer Million Euro an Kosten für den Kreis wäre. Ungeachtet der Tatsache, dass beide Brücken zur Marktgemeinde Allersberg gehören, die zurzeit andere Sorgen hat, als sich an den Projekten der Autobahndirektion zu beteiligen.