Allersberg: Zünftige Wirtshausmusi im Spital
Die 3 Andern - Bettina, Uschi und Franz (von links) - begeistern "Wirtshausmusi im Alten Spital" die Besucher. - Foto: Schöll
Allersberg

Der Allersberger Kolpingsaal war nicht nur voll besetzt, es mussten sogar zusätzliche Tische und Stühle herbeigeschafft werden, so groß war der Andrang. Wirtshausmusikanten sind derzeit anscheinend unheimlich beliebt und werden wieder gerne gehört.

Ein begeistertes Publikum konnte einen äußerst lustigen und unterhaltsamen Abend mit bester handgemachter Volksmusik erleben. Der Saal war zudem geschmackvoll herbstlich und mit Kerzen dekoriert und ließ dadurch sofort eine gemütliche und anheimelnde Atmosphäre bei Besuchern und Musikern aufkommen.

Dabei war der Abend gleichzeitig auch mit dem Mitarbeitertreffen des KVV verbunden. Vorsitzender Hartmut Lehmann dankte deshalb zu Beginn den vielen Engagierten im KVV, die das Jahr über die Vereinsarbeit betreiben und auch aktiv bei den Einsätzen des Glückshafens sind. Denn damit erwirtschaftet der Verein einen Gutteil seiner Einnahmen, die er dann wieder in seine Aktivitäten vor allem auf dem Gebiet der Ortsverschönerung steckt. Ohne den Glückshafen und natürlich ohne seine Kunden wäre manches für den KVV in der Heimatgemeinde nicht machbar. "Danke an alle, die das Rad mitdrehen", sagte Lehmann.

Die Mischung der vier auftretenden Musikgruppen war auch in diesem Jahr gelungen. Ein gut aufgelegter Gerhard Julius Beck, ehemaliger Stadtkapellmeister aus Eichstätt, führte gekonnt und mit lustigen Anekdoten gespickt durch das gut vierstündige und abwechslungsreiche Programm. Er hatte diesmal seine "Sausackschleifer Tanzlmusi" mitgebracht, die in Fünf-Mann-Stärke erstklassige Blasmusik boten. Eine unverhoffte Bereicherung war die Anwesenheit des 2. wie des 3. Bürgermeisters, die für ihre launig gehaltenen Grußworte viel Applaus bekamen. Was vielleicht auch daran lag, dass sie ihre Grußworte mit einer Runde Schnaps für die Musiker verbinden mussten. Applaus bekam Oskar Schöll schon gleich am Anfang. Thomas Schönfeld, der wegen einer Familienfeier erst später kommen konnte, erging es aber nicht anders. Oskar Schöll zeigte sich stolz auf den KVV, der mit vielen Veranstaltungen der Bevölkerung Allersbergs immer wieder kurzweilige und unterhaltsame Abende beschere.

Den Einstieg in den Abend brachten schließlich die Veldensteiner Musikanten, eine fünf Mann starke Gruppe aus Velden mit Klarinetten, Trompete, Akkordeon und Tuba, die vielen Besuchern schon von Rundfunk- und Fernsehauftritten bekannt waren. Sie haben bereits 1990 den Kulturpreis des Bezirks Mittelfranken, mehrfach den Arzberger Bergkristall abgeräumt und auch den Kulturpreis der Hans-Seidel-Stiftung geholt. Die Veldensteiner erwiesen sich einmal mehr mit ihrer typischen fränkischen Musik als musikalische Repräsentanten der bei uns beheimateten Volksmusik. Mit ihren flotten Weisen und mit dem "Alten Kirchweihmarsch", dem später Galopp und "Landler für d'Loni" folgten, spielten sie sich schnell in die Herzen des Publikums.

Auch "Die 3 Andern" aus Burglengenfeld, Vater, Mutter und Tochter mit Gitarre, Steirischer und Bass, hatten mit ihrer herzhaften Musik schnell die Besucher begeistert. "Mir san vom Wald dahoam" bekannten sie zu Beginn und ernteten für ihre weiteren kombinierten Musik- und Gesangsstücke begeisterten Beifall.

"Seßer Senf" oder Markus und Stefan aus Deining verrieten auch das Geheimnis ihres Namens. Als sie nach einem Auftritt in der Nacht noch Hunger verspürten fanden sie allerdings im heimatlichen Kühlschrank außer dem Licht nur süßen Senf vor und schon war ihr Name geboren. Sie erwiesen sich als vortreffliche Coupletsänger und nahmen dabei so manches Ereignis und vor allem auch Besucher auf das Korn und hatten nicht nur, aber auch, die Lacher schnell auf ihrer Seite. "Pudelnackert", "Schönheit nach Maß", "Schnucki Putzi" und der "Preiß'n-Jodler" verschafften den beiden schnell eine riesige Unterstützung.

Mit ihrem eigenen Sausackschleifer-Marsch stiegen die fünf Musiker aus Eichstätt ein. Mit Trompete, Klarinette, Tenorhorn, Tuba und Akkordeon boten sie Musik vom Feinsten und sorgten auch für etwas altbayerische Tanzlmusi in dem sonst mehr fränkisch geprägten Abend. Aber auch von ihnen war das Publikum restlos begeistert, das einen stimmungsvollen Abend mit echter Wirtshausmusi erlebte und am liebsten die Akteure nicht mehr aus dem Saal lassen wollte. Einige Zugaben gab es allemal.