An der Allersberger Mittelschule müssen einige Brandschutzmängel beseitigt werden.
An der Allersberger Mittelschule müssen einige Brandschutzmängel beseitigt werden. Außerdem wurden Feuchtigkeitsschäden in der Turnhalle (rechts) festgestellt.
Mücke
Allersberg

Schon wiederholt war die Beseitigung der Brandschutzmängel in der Mittelschule Thema im Marktrat. Bislang war man dabei von deutlich geringeren Kosten ausgegangen, nämlich von rund 70 000 Euro, wie Bürgermeister Daniel Horndasch den Markträten darlegte. Wobei aber der Rauchschutzvorhang an der innenliegenden Treppe allein schon rund 140 000 Euro verschlingen würde.

Noch im Juli hatte man in Erwägung gezogen, die fälligen Brandschutzmaßnahmen auf vier Jahre verteilt umzusetzen, um den Haushalt zu entlasten. Aber es bestehe dann ein erhebliches Haftungsrisiko wegen einer sogenannten schuldhaften Verzögerung. Deshalb hatte Bürgermeister Daniel Horndasch auch die Umsetzung der Brandmeldeanlage bereits im Wege einer dringlichen Anordnung vergeben, damit wenigstens diese schnellstmöglich umgesetzt werden kann und in einem eventuellen Brandfall eine schnelle Alarmierung und Evakuierung des Schulgebäudes erfolgen kann.

Schnellstmöglich solle nun die gesamte Beseitigung der Brandschutzmängel und in einem Aufwasch erfolgen, so der Vorschlag des Bürgermeisters. Dadurch hofft er zudem auf eine Kostenersparnis. Auch Rektor Christian Funk stehe dem Positiv gegenüber. In einer der nächsten Sitzungen sollen laut Horndasch dann auch die anderen Probleme in der Mittelschule angegangen werden. Dazu gehören beispielsweise die Wasserschäden in der Turnhalle.

Schon in der Sitzung des Bauausschusses in der vergangenen Woche hatte Benjamin Haußner vom gemeindlichen Bauamt darauf hingewiesen, dass eine Reihe von Maßnahmen erforderlich wären, um den Brandschutz zu gewährleisten. Das gehe aus einer Genehmigung des Landratsamtes und des erstellten Brandschutznachweises hervor. So muss beispielsweise im zweiten Obergeschoss eine weitere Verbindungstür zwischen zwei Klassenzimmern eingebaut werden und es soll ein Schlüsseldepot mit einem Generalschlüssel für die Feuerwehr geben. Zudem sei das gesamte Schulhaus eventuell für BOS-Funk nachzurüsten und bei der Löschwasserversorgung ist nachzuweisen, dass sie in einer Stunde 96 Kubikmeter Wasser liefert und dies über mindestens zwei Stunden konstant hält. Das alles sind nur Maßnahmen, um ausschließlich dem Personenschutz dienen. Ein Sach- und Gebäudeschutz sei darin nicht enthalten.

Laut den Vorschriften der Bayerischen Bauordnung wäre eigentlich eine technische Nachrüstung des Gebäudes auf eine Brandschutzklasse von 90 Minuten vorgeschrieben. Da eine solche Nachrüstung kaum machbar sei, gelte eine Ausnahme, wenn der Einbau einer Brandmeldeanlage erfolgt. Auch die auf der Mittelschule installierte Photovoltaikanlage muss im Rahmen der Maßnahmen besonders gekennzeichnet werden. Außerdem sind die Zugänge für die Feuerwehr und Rauchableitung in Plänen niederzulegen.

Die Sicherheit für die Kinder müsse oberste Priorität haben, betonte Heidi Stimpfle (SPD), weil man im Falle eines Schadens damit nicht würde leben könnte. Hartmut Hironimus (FW), der als früherer Marktbaumeister die Mängel angezeigt hatte und so deren Beseitigung angestoßen hatte, zeigte sich sehr froh, dass nach fünf Jahren endlich etwas passiere. Man sei fahrlässig mit der Gefahr umgegangen und es sei ein Versäumnis, dies so lange aufgeschoben zu haben. Eine Umsetzung in Bauabschnitten brachte Roger Bitsch (SPD) ins Gespräch, der auch das versicherungsrechtliche Problem mit den bestehenbleibenden Sachschäden ansprach. Dazu müsse die Versicherung informiert werden, lautete die Antwort von Bürgermeister Daniel Horndasch. Dieser rechnet deswegen auch mit höheren Versicherungsbeiträgen.

Norbert Schöll (CSU) sprach bei dieser Gelegenheit auch die anderen Probleme in der Mittelschule an und nannte zum Beispiel die Feuchtigkeitsprobleme in der Turnhalle und marode Heizungsrohre im Schulgebäude. Letztere werde derzeit auch bereits durch entsprechende Arbeiten saniert, sagte Horndasch, der damit rechnet, dies mit rund 35 000 Euro lösen zu können.

Die Markträte stimmten ohne Ausnahme zu, die Beseitigung der Brandschutzmängel in der Schule nun schleunigst anzugehen und in einem Aufwasch anzugehen.