Allersberg: Geselligkeit, Christentum und soziales Engagement
Mit dem Kolpingschal in die Gemeinschaft aufgenommen werden Maria und Jonathan Bub von Pfarrer Peter Wenzel (rechts) und dem Vorsitzenden der Kolpinfamilie, Alexander Schmidt. - Foto: Mücke
Allersberg

Beide Veranstaltungen waren gut besucht von den Mitgliedern und Freunden der Kolpingfamilie. Beim vormittäglichen Gottesdienst, der für alle lebenden und verstorbenen Mitglieder sowie für die Präsides gefeiert wurde, ging Kaplan Michael Radtke auf das Leben und Wirken Adolph Kolpings ein. Er bezeichnete ihn als einen großen Sozialreformer, der die Nöte und Sorgen der Menschen ernst nahm und für sie Reformen erstritt, um für sie ein besseres Leben zu erreichen.

Bei der adventlichen Feier am Abend kam auch Vorsitzender Alexander Schmidt auf Adolph Kolping zu sprechen. Das Christentum sei nicht bloß für die Kirche und für die Betkammern, sondern für das ganze Leben, habe Kolping einmal als Grundsatz erwähnt. Er habe in einer schwierigen Zeit gelebt und gewirkt und auf die Bedürfnisse der Menschen und die sozialen Ungerechtigkeiten geachtet. Den Stellenwert der Familie habe er hochgehalten und durch die Gründung der ersten Gesellenhäuser den jungen Handwerkern in der Gemeinschaft dieser Häuser das Gefühl der Geborgenheit vermittelt. Verantwortung und Gemeinschaft sei wie in der Familie gelebt worden.

Die generationenübergreifende Gemeinschaft sei auch in der Kolpingfamilie anzutreffen. Helfen und füreinander da sein zeichne die Kolpingfamilien auch heute aus, sagte Schmidt. In den Förderungen und Ausbildungen durch das Kolpingbildungswerk seien auch heute die Ziele Adolph Kolpings noch zu erkennen. Das solle der Grund sein, dem Weg Adolph Kolpings zu folgen, um soziales Engagement, Geselligkeit und Christentum zu leben.

Der Allersberger Vorsitzende erachtete es als wichtig, besonders in der adventlichen Zeit mit seiner vorweihnachtlichen Hektik, an solchen Abenden wie diesen mehr Ruhe und Gelassenheit zu genießen. Der Abend wurde deshalb auch von einigen Musik- und Gesangsbeiträgen bereichert. Ein Quartett unter der Leitung von Heribert Riehl wartete mit einer Reihe von Liedern auf, die auch zum Mitsingen einluden.

Im Advent gehe es um Erwartung und Erwarten, sagte der Präses der Kolpingfamilie, Pfarrer Peter Wenzel. Jeder verbinde diese Zeit mit anderen Erwartungen und es gebe gerade für die Advents- und Weihnachtszeit viele Traditionen, die man gerne einhalten wolle. "Ich erwarte dich" solle man sich zum Grundsatz machen für diese Zeit. Man solle offen sein für alles, wie es auch die Gottesmutter getan habe, die ihre eigenen Erwartungen an das Leben mit der Geburt Jesu durchkreuzen ließ.

Für die Arbeit der Kolpingfamilie über das ganze Jahr hinweg sagte der Präses "ein herzliches Vergelt's Gott". In die Gemeinschaft der Kolpingfamilie wurden an dem Abend auch neue Mitglieder aufgenommen, nämlich Jonathan und Maria Bub sowie Silke, Jakob und Johanna Schmidt (letztere nahmen an der Versammlung nicht teil). Jonathan und Maria Bub wurden hingegen mit einem Kolpingschal willkommen geheißen.

Mit dem Adventslied "Tauet Himmel den Gerechten" setzte sich Pastoralpraktikant Kilian Müller näher auseinander. Er bezeichnete Adolph Kolping als einen ganz adventlichen Menschen, nicht nur, weil sein Todestag auf den 4. Dezember und sein Geburtstag auf den 8. Dezember fallen, sondern auch wegen seines Wirkens. Viele Menschen während seines Lebens habe er in großer Not getroffen, wo sie nicht wussten, wie sie den nächsten Tag überstehen sollten. Auch Adolph Kolping sei ein Gerechter gewesen, wie wir ihn auch heute noch brauchen könnten.

Vorsitzender Alexander Schmidt lobte an diesem Abend auch das Ergebnis der kurzfristig angesetzten Schuhsammlung. Zum Sonntag waren mehr als 200 Paar Schuhe bereits abgegeben worden, die nun an das Kolpingwerk weitergeleitet werden. Er rief dazu auf, auch in den kommenden Wochen noch gut erhaltene Schuhe abzugeben bei den Vorstandsmitgliedern oder auch beim Stand am Weihnachtsmarkt bei der Bäckerei Staudigel am Marktplatz.