Pamela Reiß
Dass das Eichstätter Fliegerfest auch eine Anziehungskraft über die Region hinaus hat, wurde schon bei einem Blick über den Parkplatz klar. Münchner, Pfafffenhofener, Augsburger und Donauwörther Autokennzeichen stachen einem zwischen den vielen Eichstättern immer wieder ins Auge. Einen Stammplatz hatten sich zwei ältere Ehepaare aus der Landeshauptstadt gesichert – direkt neben dem Flugfeld: „Wir kommen fast jedes Jahr, machen einen Tagesausflug hierher und schauen uns die Starts und Landungen an“, meinte eine der beiden Frauen, „und zwar solange, wie’s uns taugt.“ Das Fliegerfest des Eichstätter Clubs sei schon immer „’was besonderes“.

Fotostrecke: Fliegerfest


Und es wurde ja auch einiges geboten: Nicht nur, dass die „vereinseigenen“ Kunstflieger mehrmals an den Start gingen und atemberaubende Figuren an den Himmel malten, auch ein Heißluftballon hob in den Eichstätter Abendhimmel ab, Drachenflieger landeten und so mancher erfüllte sich einen Traum: Die Heimat aus der Vogelperspektive zu erleben. So folgten die Starts und Landungen von Passagiermaschinen, Kunstfliegern und anderen Himmelstürmern fast schon am Fließband.

Seit mehr als 20 Jahren kommen die Fallschirmspringer aus Burgheim, um ihren Sport bei den Flugtagen zu betreiben. Jürgen Schmidt ist seit fast zehn Jahren als Springer aktiv. „Das Besondere am Springen ist nicht der Nervenkitzel, sondern, sich in einem Element zu bewegen, für das man eigentlich nicht geschaffen ist.“ Fast so wie Schwimmen, fügte er augenzwinkernd hinzu. In Eichstätt sei es „einfach schön“, sagte Schmidt.

Immer wieder heben die vier Fallschirmspringer mitsamt einer extra umgebauten Cessna in den Eichstätter Himmel ab und ließen sich auf eine Flughöhe von rund 1000 Metern bringen, um dann – aus dem Flieger gesprungen – durch die Luft kreisend Richtung Boden zu kommen.

Noch nicht ganz so oft wie die Burgheimer waren die Modellflugfreunde aus Pollenfeld und Eichstätt am Start. Seit gut zehn Jahren komme man immer wieder gern auf die Waschette, meinte Josef Mögn. Der passionierte Modellbauer schätzt sein „zeitintensives Hobby“ sehr und verbringt jeden Tag immer wieder Zeit bei den rund 40 Modellen, die er alle selbst zusammengebaut hat. „Der große Reiz ist die Technik an diesen Maschinen“, sagte er. Mit der Technik der „richtigen“ Flieger musste sich Jonas Graf in den letzten Wochen auch intensiv auseinandersetzen – schließlich stand seine Pilotenprüfung bevor. Dass er sie ausgerechnet am Eichstätter Fliegerfest ablegen würde, hatte er nicht geahnt. Aber der Prüfer des Luftamtes hatte nur am Samstag Zeit und so hob der 17-Jährige kurz nach 18 Uhr mit einer ASK 21 ab – und bestand.

Die Kunstflugpiloten mussten während dieser Zeit natürlich am Boden bleiben. Sie hatten aber davor wie danach immer wieder Gelegenheit, ihre waghalsigen Manöver am Himmel zu präsentieren

Trotz einiger kurzer Regenschauer am Sonntag konnte der Chef des Eichstätter Fliegerclubs, Karl Kölle, nur positiv resümieren: „Wir sind sehr, sehr zufrieden.“ Schließlich waren auch am Sonntag hunderte Fliegerfans auf der Waschette anzutreffen.