Unser Dorf ist seit kurzem gespalten und keiner traut dem anderen. Dieser Umstand ist erst zustande gekommen, als lauter Dinge, die zum Teil kindergartenreif waren (zum Beispiel Kerzenverbrauch und Kleidung unserer Kreuzbrüder), ins Ordinariat getragen wurden. Vom Bistum wurde alles - ohne auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen - registriert. Wenn man im Bistum anruft, was ich tat, kommt man sich vor, als wenn man gegen eine Wand spricht. Ich glaube, im Ordinariat hat man den Kontakt zu den Gläubigen und der Realität schon lange verloren. Ich möchte nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es uns, seit die Kreuzbrüder samt Kaplan Weise da sind, seelsorgerisch noch nie so gut gegangen ist. Sie sind stets ansprechbar, ob von Jung oder Alt. Sie bringen Licht und Leben und auch den Glauben zu uns ins Dorf. Es hat den Anschein, als ob das Bistum gar keine aktiven und rührigen Priester will, weil alles, was sie zusätzlich an Seelsorge anbieten, im Keim erstickt wird, zum Beispiel Trauerandachten und Konventsmessen. Wenn das so weitergeht, wird sich die Kirche von alleine auflösen. Aber auch beim Ehrenamt vor Ort werden Kandidaten vom Pfarrer gebeten, nicht für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren. Es scheint, der Pfarrer will bestimmte Leute nicht in den Gremien. Und nun wird sogar die Pfarrgemeinderatswahl auf unbestimmt verschoben, weil die aktuellen Kandidaten nicht akzeptiert werden. Solche Skandale werden nicht verfolgt, aber geistliche Aufbrüche werden unterbunden. So bringt das Bistum Spaltung und Verletzung in unser Dorf, die sich nicht ohne Weiteres beseitigen lassen.

Josefine Bauer

Egweil