Der Naturpark Altmühltal ist also eine Marke und dessen Präsenz auf dem umkämpften Tourismusmarkt mit einer klaren Botschaft gilt als hehres Ziel. Die Frage aber, wofür der Naturpark Altmühltal steht, scheint im Gespräch des Geschäftsführers des Naturparkvereins, Christoph Würflein, mit dem DONAUKURIER vor allem aus touristischer Sicht beleuchtet worden zu sein und damit recht einseitig. Dabei bin ich mir sicher, dass Herr Würflein die Naturparkverordnung aus dem Jahr 1995 sehr genau kennt, denn diese ist seine Arbeitsgrundlage und hat Gesetzeskraft. Alle anderen Beteiligten sollten sich aber von Zeit zu Zeit in Erinnerung rufen, dass der Naturpark Altmühltal kein überdimensionaler Freizeitpark ist, eingerichtet dafür, dass sich Touristen zum Nutzen der hiesigen einschlägigen Industrie maximal austoben können.

Der Naturpark ist vielmehr ein Schutzgegenstand. In der Verordnung ist viel von "ausgewogenem Naturhaushalt", "ökologischem Wirkungsgefüge" und "ökologisch wertvollen Lebensräumen" zu lesen. Tourismus heißt hier "Erholungsverkehr". Das ist touristisch gesehen schon ein sehr zurückhaltender Akzent. Herr Würflein weiß sicher, was der Gesetzgeber dem Naturparkverein als Träger des Naturparks ausdrücklich auferlegt hat. Ich hoffe, dass der Geschäftsführer von den Kommunalpolitikern, die hinter dem Verein stehen, nicht nur an Übernachtungszahlen gemessen wird, sondern in erster Linie daran, wie er dem Schutzzweck, der in der Naturparkverordnung über allem steht, insgesamt dient. Alles andere wäre ein Anachronismus in einer Zeit, in der wir täglich in der Zeitung lesen, dass sich Tier- und Pflanzenwelt massiv auf dem Rückzug befinden.

Alexander Schmidt,

Beilngries