Zandt: Drei Varianten für Denkendorfs Kläranlage
Was aus der Zandter Kläranlage, hier im Bild, wird, ist noch nicht entschieden. In der Bürgerversammlung in Zandt wurde aber die Situation der Kläranlage in Denkendorf diskutiert. - Foto: Wermuth
Zandt

Dabei stehen für den Ortsteil speziell gar keine so großen Maßnahmen an, aber die Entwicklung der Gesamtgemeinde, vor allem das Auslaufen der Betriebserlaubnis der Denkendorfer Kläranlage 2018, stieß auf großes Interesse.

Zunächst gab's von Bürgermeisterin Claudia Forster wichtige Zahlen. So stehe Denkendorf mit 4969 Einwohnern kurz vor der 5000er-Marke. In Zandt sind es nun 870 Einwohner (plus 10). 55 Geburten stehen in der Gesamtgemeinde 56 Todesfälle gegenüber. Die Zahl der Schüler in der Grund- und Mittelschule betrage 217, die in 10 Klassen aufgeteilt sind. 15 Kinder genießen die Mittagsbetreuung und 75 Kinder gehen in den Hort. 33 Asylbewerber leben laut Forster in Denkendorf. Insgesamt seien 47 verschiedene Nationalitäten im Einwohnerregister gemeldet, wobei der Ausländeranteil bei rund 13 Prozent liege.

Mit Interesse verfolgten die Zandter die Zahlen aus der Kämmerei. So betrage der Gesamthaushalt rund 18 Millionen Euro, die Gewerbesteuer liege bei 2,12 Millionen und der Anteil an der Einkommensteuer sei rund 2,7 Millionen Euro. Die Zuführung zum Vermögenhaushalt liegt laut Bürgermeisterin bei etwas über zwei Millionen Euro. Die Gemeinde ist, so Claudia Forster, schuldenfrei und hat 10,1 Millionen Rücklagen. Das sei auch gut so, denn das im Bau befindliche Kinderhaus Dörndorf koste etwa 1,8 Millionen bei 687 000 Euro Zuschüssen.

Vor der Erschließung stünden auch die Gewerbegebiete I und II "Am Limes", und einiges an Kosten werde die Dorferneuerung in den Orten Denkendorf, Dörndorf und Gelbelsee verursachen. Dazu kämen Bauleitplanungen sowie Baugebietserschließungen in fast allen Ortsteilen. In Zandt gebe es vorerst nur das Baugebiet "Am Bitzer Berg" mit sechs Parzellen, verriet die Bürgermeisterin. In Sachen Dorferneuerung Ortsteil Denkendorf seien vielfältige Verbesserungsmöglichkeiten von den Bürgern gekommen, die kürzlich bei der "Bürgerwerkstatt" intensiv beraten wurden, sagte Claudia Forster. Schwerpunkte seien der innerörtliche Verkehr in Denkendorf, die Mobilität vor allem der Ortsteilbürger. Da wurde der Radwegebau erwähnt und aus Zandt kam der Vorschlag, die Fortsetzung des Brunner Weges über die Kreisstraße hinaus bis zum Schweinestall Suttor für Radfahrer herzurichten. Der Radweg von Schönbrunn nach Zandt werde sich verzögern.

Breiten Raum nahm die Kläranlagensituation von Denkendorf ein. "Es ist nicht die Frage, ob wir die Denkendorfer Kläranlage auf Vordermann bringen, sondern was wir machen, denn die Erlaubnis zum Betreiben erlischt 2018", so die ernüchternde Feststellung der Bürgermeisterin. Der Gemeinderat habe sich schon mit dem Problem beschäftigt und drei Varianten herausgearbeitet. Gelbelsee wird in jedem Fall an Denkendorf angeschlossen.

Variante 1 sehe grob umrissen den Ausbau der Denkendorfer Anlage plus Sanierung in Zandt vor. Bei der Variante 2 werde das Aufkommen der Zandter Anlage in Denkendorf, die entsprechend umgebaut wird, geklärt. Die dritte Variante, mit Abstand - auch langfristig - die wirtschaftlichste, sei der Zusammenschluss mit der Kipfenberger Kläranlage. Dabei könne auch der Klärschlamm entsorgt und zu Energie gewandelt werden.

Der vorläufige Kostenrahmen belaufe sich für die Variante 1 auf 3 991 000 Euro, die Variante 2 auf 4 499 000 Euro und Variante 3 auf 4 753 000 Euro. Sollte eines der Vorhaben konkret werden, gebe es in jedem Falle noch Bürgerversammlungen, so Claudia Forster, die ergänzte, dass es vom Staat dazu so gut wie keine Zuschüsse gebe.

Beschlossen hat die Versammlung, dass die beiden Birken in der Zandter Ortsmitte gefällt werden, da sie Allergien verursachen. Die Ergebnisse der Kanalspiegelungen in Zandt werden demnächst veröffentlicht. Der Breitbandausbau sei erledigt und die Anlieger müssten sich bei weiteren Wünschen an ihren Anbieter wenden. Weitere Themen waren Feuerwehrangelegenheiten (Atemschutz, Ausrückgemeinschaften), Zisternen in den Gärten, Pendlerparkplätze an der Autobahneinfahrt, ein Defibrillator am Ort und die Barrierefreiheit.