Wachenzell: Mit Gewehr und Giftköder
 
Wachenzell
Es war am vergangenen frühen Donnerstagabend, als einer 29-jährigen Wachenzellerin gehörig der Schreck in die Glieder fuhr. Während ihre beiden Beagles im Garten ihres Hauses am Johannesweg herumtollten, stand sie am Zaun und unterhielt sich gerade mit einer weiteren Hundebesitzerin, als ein pfeifendes Geräusch die Luft durchschnitt. „Das war doch ein Schuss“, habe sie gleich gemutmaßt, erzählt die Zeugin. Tatsächlich entdeckte die verständigte Polizei ein Einschussloch im Spielhaus der drei Kinder der 29-Jährigen. Die Patrone eines Kleinkalibergewehrs soll die Beagles, die auf einem Hügel vor dem Holzspielhaus standen, nur um etwa einen Meter verfehlt haben.

„Das hat nichts mehr mit Schreck zu tun“, so die 29-Jährige. Seit dem Vorfall sei sie „völlig durch den Wind“ und habe regelrecht Panikattacken. „Stellen Sie sich vor, ein Kind wäre in dem Spielhaus gewesen.“ Nicht zuletzt hätte der Schuss ja auch sie treffen können. Auf jeden Fall habe sie Angst davor, sich im eigenen Garten aufzuhalten.

Die Eichstätter Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Nachforschungen nach einem Täter seien allerdings bisher ergebnislos verlaufen, wie es in einer am Samstag im EICHSTÄTTER KURIER veröffentlichten Mitteilung hieß.

Ebenso verhält es sich bei zwei weiteren Vorfällen im benachbarten Pollenfeld. Der Hirnstetter Weg dort ist eine schmucke Siedlung mit tipptopp gepflegten Vorgärten und ganz offensichtlich einem großen Hundeaufkommen. Auch hier sind die Menschen aufgeschreckt, denn hier hat ein bislang unbekannter Täter schon mehrfach Giftköder an einem Randstreifen unmittelbar an der Häusergrenze ausgelegt – dem Vernehmen nach Leberwursthäppchen, präpariert mit Rattengift: zwei Mal im April und zuletzt am 9. Juni. Zwei Hunde haben die Köder gefressen und sind daran schwer erkrankt. Mittlerweile sind sie aber wieder fit.

Eine Anwohnerin – der Hund ihres Schwagers war betroffen – macht sich Sorgen um ihre Kinder. „Wir hatten dort Erdbeeren gepflanzt, und die essen die Kinder ja.“ Ein weiterer Bewohner geht mit seinem Hund mittlerweile lieber woanders spazieren: „Ich setze ihn ins Auto rein und weg.“ So weit will der Hundebesitzer, der gerade samt Mops und Labrador hier unterwegs ist, nicht gehen: „Ich bin ja dabei und achte darauf, was sie machen.“ Die Giftköderattacken seien für ihn unerklärlich, sagt er. Vor allem vor dem Hintergrund, dass hier auch viele Kinder wohnen. Mehrfach wird die Vermutung geäußert, dass die Köder aber wohl weniger Hunden, sondern vielmehr streunenden Katzen gelten würden. Pollenfelds Bürgermeister Willibald Schneider sagt auf Anfrage, dass ihm die Vorfälle – speziell der in Wachenzell – „sehr an die Nieren“ gegangen seien: „So etwas hat es zuvor in der Gemeinde noch nicht gegeben. Ich frage mich, auf welchem Niveau wir angelangt sind.“