Das in Mörnsheim wichtige Wort Stein wird mittelbairisch, also oberbairisch, Stoa ausgesprochen. Die Mörnsheimer Stoabrecher gingen, als es noch welche gab, auf'n Stoaberg zum Arbeiten. In Eichstätt sagt man dagegen in einer Art Sprachinsel Stoi, wie im Schwäbischen. In dem großartigen "Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben", der auch Mörnsheim berücksichtigt, teilte eine befragte Person aus Altendorf mit, Stoi sage man schon im Ortsteil Haunsfeld. Charakteristisch für das Mörnsheimerische ist der weit verbreitete nordbairische Zwielaut ou. Er findet sich in Kou für Kuh, in Fouß für Fuß oder in Hout für Hut. In der Mehrzahl wandelt sich die Kou zu Kei, während im nahen Mittelbairischen und Schwäbischen die Kua gemolken wird und die Kia auf der Weide stehen. Nordbairisches zeigt sich auch in der Umwandlung des mittelhochdeutschen ê, Å“ und ô. Im Winter gibt es immer weniger Schnej.

Es könnte sein, dass dieser Klimawandel bejse (böse) und grouße (große) Auswirkungen hat. Bei dem Wort Mädchen ist das Mörnsheimerische ganz fränkisch. Es bedient sich der fränkischen Verkleinerungsform -la und macht aus dem Mädchen das Maa(d)la. Schon ein Stück in Richtung Eichstätt wird das Mädchen zum Moidl. Nach wie vor hält sich im Mörnsheimer Tal die fränkische Konsonantenschwächung, die p, t und k zu b, d und g abschwächt.

Beim Burzelbaum ist die Baula (Paula) am Disch (Tisch) angeschlagen und hat sich dabei das Gnej (Knie) verletzt. Mörnsheim und Solnhofen trennt nur ein Bergzug. Er reicht aus, dass die Hosn zur Husn wird. In dieser topografischen und sprachlichen Trennung auf engstem Raum lebt noch Konfessionelles fort. Eine im Sprachatlas Bayerisch-Schwaben befragte Mörnsheimer Person meinte, der zwischen Altendorf und Solnhofen gelegene "Winkelberg" trenne die "Evangelischen vom Gailachtal" und in der kleinen Mühlheimer Steinbruchsiedlung Apfeltal nahe der Solnhofer Grenze würde man schon "evangelisch" sprechen. Gemeint war damit fränkisch. ‹ŒVictor Henle