Sornhüll: "Ein Heiliger, der uns noch viel zu sagen hat"
In der Wirtsstube von Sornhüll dankte Simon Strobel (links) Thomas Schneider, der über das Leben und Wirken des heiligen Klaus von der Flüe berichtet hat. - Foto: Spreng
Sornhüll

Ein derartig großer Zuspruch ist bei einem religiösen Thema nicht selbstverständlich. Dem Referenten Thomas Schneider ist es jedoch gelungen, den Zuhörern Bruder Klaus, der vor 600 Jahren in der Schweiz geboren und erst im Jahr 1947 heiliggesprochen wurde, nahezubringen. "Wen Klaus einmal anrührt, den lässt er nicht mehr los. Er ist ein verlässlicher Freund, der uns auch heute noch viel zu sagen hat", war sich der Referent sicher.

Der mittelalterliche Heilige war zunächst ein erfolgreicher Landwirt, außerdem Soldat, Politiker und Richter. Mit seiner Frau Dorothea hatte er zehn Kinder. Er legte alle öffentlichen Ämter nieder, nachdem er ein Unrechtsurteil nicht hatte verhindern können. Im Alter von 50 Jahren verließ er die Familie in der Absicht, als Pilger zu wallfahren.

Wie vor einer langen Pilgerreise üblich, ordnete er zuvor den Nachlass und vertraute Familie, Haus und Hof den beiden ältesten, bereits erwachsenen Söhnen an. Von Visionen geleitet, kehrte er jedoch bald um und ließ sich als Einsiedler im nahe gelegenen Ranft nieder. Bald strömte viel Volk zum "lebenden Heiligen". Im Dezember 1481 wirkte er beim "Stanser Verkommnis" entscheidend auf die zerstrittenen eidgenössischen Stände ein und konnte so einen Krieg verhindern. Von Bedeutung für das Verständnis von Niklaus von Flüe ist auch seine völlige Abstinenz von Speise und Trank während der rund 20 Jahre in Ranft, die naturwissenschaftlich nicht erklärbar ist, aber von glaubwürdigen Zeugen bestätigt wird. Thomas Schneider gestand zu, dass es nicht leicht nachzuvollziehen sei, wenn ein Vater dem Ruf Gottes folgt und seine Frau und zehn Kinder verlässt: "Vielleicht musste eine Frau ihren Mann und mussten zehn Kinder ihren Vater verlieren, bevor in einem Krieg vielleicht Tausende ihre Ehemänner und Väter verloren hätten."

Referent Thomas Schneider (52) ist seit 21 Jahren Bürgermeister der mittelfränkischen Gemeinde Röttenbach, einer der beiden Vorsitzenden des KLB-Diözesanverbandes Eichstätt und seit seiner Jugend ein Verehrer des Heiligen, wie er verriet. Seit vielen Jahren gehört er zu den Organisatoren und Teilnehmern der Fußwallfahrt von Eichstätt nach Flüeli, die seit 40 Jahren in zweijährigem Turnus stattfindet.