Licht ins Dunkle brachten hinsichtlich der Münzen die Numismatiker der Staatlichen Münzsammlung (EK berichtete). Einen weiteren Schleier über dem Geheimnis lüftete Britt Nowak-Böck vom Staatlichen Landesamt für Denkmalpflege, eine ausgewiesene Spezialistin für Stoffe und Gewebe.

Die Fundsituation war schwierig. Aus dem schützenden Tongefäß bargen die Archäologen einen unförmigen, fest zusammen gebackenen Münzklumpen. Doch der Klumpen barg in seinem Inneren einen weiteren Schatz: Mehrere Beschläge und Ziermünzen und dazu ein feiner Silberring kamen zum Vorschein. Wegen der Adler-Abbildung an einer Zierscheibe sowie der Buchstaben wurde gemutmaßt, dass es sich um Applikationen für ein Evangeliar gehandelt haben könnte.

Das scheint nun nicht der Fall gewesen zu sein. Wie Dr. Erich Claßen vom Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Ingolstadt, berichtete, habe Nowak-Böck die Stoffreste analysieren können, was eine schier unglaubliche Leistung ist, denn das Laienauge konnte nicht einmal erkennen, dass sich überhaupt textile Fasern in dem Klumpen befanden. Die Beschläge, insgesamt 16 sind ans Licht gekommen, waren säuberlich auf einem "relativ feinem" Seidenband aufgenäht. Zwischen den Beschlägen waren kleine Korallenperlen aufgesetzt. Zusätzlich war dieser Stoff mit Silberfäden verziert.

Die Textilrestauratorin konnte sogar die Breite des Bandes bestimmen: 1,6 Zentimeter. Die Länge dürfte laut Claßen etwa einen halben Meter betragen haben. Beim Verstecken seiner Schätze hat der Burgherr nicht etwa alles hastig und durcheinander in den Tontopf gestopft, sondern ist sorgfältig ans Werk gegangen: Das Seidenband, einst wohl an einem Gewand angebracht, war ordentlich zusammengefaltet, mit der Schauseite nach innen. Das Band wurde dann zusätzlich in ein Seidentuch gehüllt. Die Münzen wiederum lagen in einem Leinenbeutel, und Münzbeutel wie Seidentuch wurden getrennt in den Topf gelegt. Im Lauf der Jahrhunderte verschmolz der Inhalt – bis ihn die Fachleute nun lösten.