Alles nur Übung, aber beeindruckend: Rettungskräfte demonstrierten an der Berufsschule in Eichstätt die Bergung von „Verletzten“ aus einem Unfallauto.
Pflieger
Eichstätt
Zwei junge Frauen sitzen verletzt und hilflos in einem zerbeulten Auto. Rettungskräfte versuchen, die Verletzten aus dem Auto zu bergen und leisten Hilfe für den am Boden Liegenden. Für Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr eine leider alltägliche Szene – doch diesmal ist es nur eine Übung.

An der Staatlichen Berufsschule Eichstätt fand zum wiederholten Male die Aktion „Disco-Fieber“ statt, die sich für mehr Sicherheit für junge Menschen im Straßenverkehr einsetzt. Über 200 Schüler und Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. Der Aktionstag war aufgeteilt in eine Vortragsreihe und eine anschließende Rettungsübung. Wendelin Ferstl, Schulleiter der Berufsschule, richtete in seinen Begrüßungsworten einen Appell an die anwesenden jungen Menschen, Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen. Landtagsabgeordnete Eva Gottstein und Oberbürgermeister Andreas Steppberger unterstrichen in ihren Grußworten die Wichtigkeit dieser Veranstaltung.

Junge Menschen sind überdurchschnittlich häufig an Verkehrsunfällen beteiligt, stellten die Moderatoren Frank Wiesner und Viktoria Pflieger anhand von Daten aus der Bayerischen Verkehrsunfallstatistik dar. In Vorträgen berichteten Heinz Rindlbacher (Polizeiinspektion Eichstätt), Dieter Hiemer (Freiwillige Feuerwehr Eichstätt Stadt), Reiner von Spannenberg (Bayerisches Rotes Kreuz), Michael Dremel und Engelbert Erb (Kriseninterventionsteam Eichstätt) und Richard Alberter (Rechtsanwalt) von ihren Erlebnissen und Erfahrungen bei tragischen Verkehrsunfällen mit jungen Menschen. Alle Referenten der örtlichen Rettungsdienste veranschaulichten sehr persönlich und offen ihre Empfindungen bei ihren Einsätzen und erzielten emotionale Wirkung bei den Zuhörern. Über die zivil-, straf- und verwaltungsrechtlichen Folgen klärte Rechtsanwalt Alberter die jungen Menschen auf.

Dann ging es schließlich nach draußen, wo eine beeindruckende Rettungsübung ablief. Nach dem Notruf dauerte es keine fünf Minuten, bis Krankenwagen und Feuerwehr an Ort und Stelle waren, um die freiwilligen „Opfer“ zu bergen und zu versorgen. Die „Verletzten“ wurden, nachdem Windschutzscheibe und Türen entfernt waren, aus dem Unfallwagen befreit.