Rebdorf: Pause sinnvoll nutzen
Mit der neuen Leseecke bleiben die Schüler der Knabenrealschule Rebdorf immer auf dem neusten Stand. Und nicht nur die jungen Zeitungsleser sehen in dem Projekt eine gute Sache. Auch Schulleiter Hans-Peter Sandner (hinten von links), Heinz Weitner, Marketingmitarbeiter Andreas Taugenbeck, stellvertretende Schulleiterin Anke Müller und Lesepaten-Betreuer Günter Band freuen sich über die Zusammenarbeit. - Foto: Kretzmann
Rebdorf

Politische Verantwortung übernehmen, sich gesellschaftlich einbringen und eine eigene Meinung bilden: Für all diese Dinge bilde die tägliche Zeitungslektüre eine gute Basis, ist sich Heinz Weitner, Geschäftsführer der Firma Weitner in Eichstätt, sicher. Das Maschinenbauunternehmen ist ab sofort Lesepate der Knabenrealschule Rebdorf und sorgt mit einer gesponserten Leseecke sowie täglichen Ausgaben des EICHSTÄTTER KURIER dafür, dass das Zeitunglesen in Zeiten der Digitalisierung bei den Schülern wieder mehr Anklang findet.

"Die Jugendlichen verstecken sich heutzutage immer mehr hinter ihren Smartphones, ziehen sich daraus alle Informationen, und dadurch verschwindet das Zeitunglesen immer mehr", erklärt Weitner. Als Günter Band, Betreuer des Lesepaten-Projekts, ihn fragte, ob er denn Interesse hätte, bei der Aktion mitzumachen, sagte er sofort zu. "Es ist wirklich eine tolle Sache und ich hoffe, dass wir dadurch die Schüler wieder mehr zum Zeitunglesen animieren können", so der Unternehmer. Gleichzeitig wolle er auch Ausschau nach neuen Auszubildenden halten. "Derzeit haben wir unter unseren 260 Mitarbeitern 25 Azubis, und wir sind stets auf der Suche nach Nachwuchs", betont er. Da immer mehr junge Leute nach der Schule ein Studium ergreifen und somit die Zahl der Lehrlinge immer weniger werde, investiere er mit seiner Firma umso mehr in eine gute Ausbildung.

Auch Schulleiter Hans-Peter Sandner sieht in der Aktion eine gute Sache: "Medienkompetenz wird immer wichtiger, besonders in Zeiten der sogenannten Fake News", betont Sandner. Durch die Patenschaft könne ein wichtiges Kulturgut am Laufen gehalten werden. Des Weiteren sollen die Jugendlichen die Zeitung als Schaufenster sehen, aus dem sich sich selbst heraussuchen können, was sie interessiert. "Natürlich dient eine Zeitung auch dazu, einen Überblick über das Tages- und Weltgeschehen zu bekommen und sich auch mit Bereichen auseinanderzusetzen, die man vielleicht noch gar nicht so richtig kennt", so der Schulleiter. Der Unterhaltungsfaktor solle dabei aber auch nicht zu kurz kommen.

Anke Müller, stellvertretende Schulleiterin der Realschule, sieht in dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erwachsenwerden der Jugendlichen. "Etwa ab der 8. Klasse sind die Schüler in einem Alter, in dem es wichtig ist, sich mit dem politischen Zeitgeschehen auseinanderzusetzen und auch die einzelnen Prozesse zu verstehen", betont sie. Zudem sei es von Bedeutung, dass die Schüler wieder lernen, sich mit längeren und vielleicht nicht immer einfachen Texten zu befassen. Laut Müller passe das Projekt gut in das Lions Quest Programm, das es momentan an der Knabenrealschule gibt. Unter dem Motto "Erwachsen werden" handelt es sich dabei um ein Jugendförderprogramm des Hilfswerks des Deutschen Lions e. V. für zehn bis 14-jährige Mädchen und Jungen, das vorrangig in der Sekundarstufe I unterrichtet wird.

Und was sagen die Schüler zu ihrer neuen Leseecke? "Ich finde es sehr gut, denn dann kann man auch mal die Pause sinnvoll nutzen", sagt der 14-jährige David Karl. Außerdem habe er mit einer Zeitung etwas Griffigeres in der Hand und müsse sich nicht durch die vielen Infos im Handy scrollen. "Ich lese eigentlich immer Zeitung, wenn ich von der Schule nach Hause komme", sagt Niklas Heggenberger. Eine besondere Vorliebe habe er dabei nicht, denn er lese so ziemlich alles. "Ja, der Sport gehört schon zu den Favoriten", sagt der 14-Jährige schmunzelnd. Der 16-jährige Jonathan Bittlmayer hat schon ein bisschen mehr Zeitungsluft geschnuppert, denn er hat bereits ein Praktikum in der Redaktion des EICHSTÄTTER KURIER gemacht. "Der Vorteil am Zeitunglesen, gegenüber den digitalen Medien, ist die geringe Ablenkung, und man kann sich auch mehr auf die Quellen verlassen", meint der Schüler. Wenn es um die Gestaltung der Leseecke geht, sind die Schüler einer Meinung: mehr Sitzmöglichkeiten, eventuell in Form von Sofas aus Holzpaletten.

Alle weiteren Informationen zum Lesepaten des DONAUKURIER und seinen Heimatzeitungen sowie zur Anmeldung gibt es im Internet unter www.donaukurier.de/lesepate, unter Telefon 0841/966 65 45 sowie via E-Mail an lesepate@donaukurier.de.