Möckenlohe: Erntefest mit jähem Ende
 
Möckenlohe
Allerdings nur solange, bis ein schweres Unwetter dem Treiben ein jähes Ende bereitete. Dabei hatte am Samstag alles so gut begonnen. Zwar hielten sich die Besuchermassen angesichts der Hitze am ersten Festtag im Zaum. Aber trotzdem zeigte sich Donabauer erstmal zufrieden.
Fotostrecke: Römerfest in Möckenlohe

Während draußen die PS-starken Mähdrescher auf den Feldern ihrer Arbeit nachgehen, liegen hinter den Mauern der Villa Rustica in Möckenlohe schon die römischen Erntegeräte bereit. Nur gut 100 Meter lagen an diesem Tag zwischen den Werkzeugen, mit denen das Korn vom Feld geerntet wird – aber es liegen mehrere tausend Jahre Arbeit dazwischen.

Ein paar Meter haben derweil Kelten ihre Zelte aufgeschlagen. Die Münchner Gruppe Benlauni, die sich im letzten Jahr aus einem Bogenschießverein zusammengefunden hat, ist schon zum zweiten Mal nach Möckenlohe gekommen. „Ich war einfach neugierig, wie es sich anfühlt, Kelte zu sein“, beschrieb Rüdiger Landskron alias Anektomoras seine Beweggründe, sich der Gruppe anzuschließen. Der Erstklässler Tobias, der mit seiner Familie aus Ingolstadt gekommen war, hörte ganz aufmerksam zu, als auf der anderen Seite des Keltenlagers gerade ein wenig mehr über die Historie erzählt wurde. „Das interessiert mich schon“, meinte er ein wenig verschämt. Weiter vorne hatte der siebenjährige Dominik aus Freising nur noch Augen für die Quadriga. Er war dieses Wochenende unterwegs auf den Spuren der Römer. Er und seine Familie waren einige Tage in Weißenburg urlauben. Auf dem Heimweg musste da natürlich ein Abstecher in Möckenlohe drin sein. Mit stolz geschwellter Brust schwang sich der Siebenjährige auf die Quadriga, die Michael Donabauer gerade vorgefahren hat, die linke Hand am Schwert, mit der rechten hält er das Schild nach oben.

Auch ein wenig stolz bestieg am Sonntag FW-Landtagsabgeordnete und Schlagersängerin Claudia Jung die Donabauers Quadriga. „Die Römer verbinden uns“, meinte die 49-Jährige und spielte auf ihren Geburtsort Ratingen an. Auch in dessen Umkreis finden sich römische Spuren. Daher habe sie die Einladung zum Römerfest nach Möckenlohe gerne angenommen. „Das schlägt viele Brücken in meine Kindheit“, erklärte Jung. Danach durfte die Politikerin, die sich in eigens für ihre Aufgabe als Schirmherrin in edle römische Stoffe gekleidet hatte, mit Michael Donabauer eine flotte Runde in der Quadriga drehen.

Inzwischen hatte sich die Sonne hinter einer dunklen Wolkenwand verzogen. Kreisheimatpfleger Karlheinz Rieder, der in gewohnter Manier moderierte, verkündete dann die einzig richtige Entscheidung: einen Abbruch des Festes. Keine fünf Minuten später tobte ein heftiger Sturm über Möckenlohe und dem Landkreis.