Norbert Merkl
Enkering
Die Woldschebberer und Mönchswaldfüchse aus Mitteleschenbach, Harburger Schloßhexen, D’Faschingsmuffel aus dem Fränkischen Seenland, Pleinfelder Hummeln und die Faschingswächter Thalmässing waren gekommen. Die Enkeringer Boize, Oalauda-Hexn und Schelln-Schewara. Nigl, Negl, Nickl und Nickel aus Enkering, Kinding, Kipfenberg Greding und die Haunstettener Schewerer zogen mit ihren Goaßln schnalzend durch den Ort.

Organisationschef Franz-Josef Helmers und Moderator Hardl Kiener sprachen von 54 gemeldeten Wagen und Fußgruppen, die das über zweistündige Spektakel mitgestaltet hatten. Zu den tausend „Aktiven“ kamen mindestens noch einmal so viele Zuschauer.

Nach einem wilden Schneegestöber, das pünktlich zum Start aufhörte, setzte sich der Gaudiwurm links der Anlauter in Bewegung – eröffnet mit einem ordentlichen Paukenschlag der Euerwanger Blaskapelle. Der Einfallsreichtum der Teilnehmer aus der Gemeinde und aus zwei Dutzend Orten aus allen Richtungen kannte keine Grenzen.
Fotostrecke: Faschingsumzug in Enkering

Hingucker war „Mata aus Simbabwe“, eine füllige Servicedame, die die Zuschauer mit flüssigem Manna aus Maßkrügen versorgte. Aus Enkering startete gestern auch die erste bemannte Marsmission: Dazu ging eine Gruppe aus Obermässing mit ihrem Raumgleiter auf Abschiedstour. Mit einer zünftigen Almhütte rückte die Jugend aus Göllersreuth an und die DJK Titting versprach: Der nächste Super-Bowl soll im Anlautertal in Titting steigen. Aus einem mobilen Hühnerstall aus Kesselberg waren ein Haufen aufgescheuchter Hühner ausgebrochen. Die Galgendengler Enkering riefen nochmals den Einbruch in den Jugend-Container in Erinnerung. Ob da von der Gemeinde Schadenersatz zu erwarten ist? Ein märchenhaftes Knusperhäuschen aus Kaising und Helden der Kindheit aus Kinding wurden mit viel Fantasie dargestellt. Die Ilblinger gingen mit einem fahrbaren Ansitz auf die Pirsch nach Wölfen. Die Altdorfer Buefle behaupteten, dass der verstorbene Playboy Hugh Hefner im Himmel weiterwirke.

Konfetti und Guatln bestimmten die Szene. Die Cinelos-Samba aus Hausen und dreimal ohrenbetäubende Guggamusik aus dem Schwäbischen heizten der Menschenmenge unter dem rotweißen Fähnchenmeer ein. Feuerwehr und Gartenbauverein Enkering hatten eine Idee zur Baulandpolitik im hochwassergestressten Anlautertal: Sie empfahlen der Bürgermeisterin, ganz einfach Holzhäuser auf Pfähle zu stellen. Eine weitere farbenfrohe Gruppe machte ebenfalls auf fehlendes Bauland aufmerksam. Die Dorfjugend Erlingshofen war mit einem riesigen Piratenschiff die Anlauter abwärts in der City von Ankering gestrandet. Die Sammlung für das in Not geratene Bistum in Eichstätt durch die Haunstettener ging unvermindert weiter. Schneewittchen und die Mühlbachlauscher-Zwerge aus Emsing mischten munter mit.

An den Pilsständen, Bartheken und vor den Gastwirtschaften herrschte trotz eisiger Temperaturen Hochbetrieb. Dort bereicherten Clowns, wandelnde Karussells, Ballonfahrer, ausgelassene Rentner, eine mobile Schnapsbrennerei, mehrere Bibi Blocksbergs oder die Helmers-Brothers als Stinktiere das farbenfrohe Bild. Die Faschingsgesellschaften aus Greding und Enkering mit komplettem Hofstaat durften natürlich nicht fehlen. Und auch die „Drei Eisheiligen“ am Stammtisch beim Wirt wurden wieder gesichtet.