Meilenhofen: Segen für Ross und Reiter
Den Segen für Ross und Reiter spendete Pater Sibi zum Start der Wallfahrt vor der Meilenhofener Kirche (oben) mit der Leonhard-Reliquie. Über 100 Reiter und Kutschfahrer beteiligten sich wieder am Ritt ins benachbarte Zell. Auch die wertvolle Figur des Schutzpatrons (unten links) wurde dazu auf einen Wagen gehoben, die Kutschen und Pferde waren liebevoll geschmückt und gestriegelt (unten rechts) - Fotos: chl
Meilenhofen
„Manch Plag und Krankheit vielerlei, bedrücken uns im Schuttergäu. . . „ singen die Katholiken des Ortes in ihrem Leonhardilied, in dem sie den Schutzpatron der Landwirte und der Tiere um Beistand besonders für den bäuerlichen Berufsstand bitten.
 
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Der Ortsgeistliche Pater Sibi betonte in seiner Predigt beim Gottesdienst vor der Kirche, wie wichtig die Verbindung von Glauben und Leben auch heute noch sei. Es gelte daheim im Ort, aber auch global gesehen, nicht die Augen zu verschließen vor den Nöten der anderen. Er verwies dabei auch auf die Not von Flüchtlingen und von Häftlingen, denen es ebenfalls beizustehen gelte. Leonhard ist auch deren Schutzpatron.

Zur Segnung ihrer Pferde mit der seit 1770 in Meilenhofen weilenden Leonhard-Reliquie waren Reiter und Kutschfahrer aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus gekommen. Auf einer eigenen Kutsche führten die Gläubigen auch heuer wieder einen ihrer größten Kirchenschätze, eine spätgotische Figur des Heiligen Leonhard, mit. Die örtliche Blaskapelle unterstützte den Gottesdienst und die anschließende Wallfahrt musikalisch.

Unter der Führung von Andreas Spreng hatten Pfarrgemeinderat und Ortsvereine die Wallfahrt vorbereitet – dabei galt es auch auf ausreichend Parkplätze zu achten, denn auch heuer kamen wieder Hunderte aus den umliegenden Gemeinden in das 460 Seelendorf.

Landrat Anton Knapp dankte allen Beteiligten, die „aus echter christlicher Verwurzelung heraus dieses Vermächtnis für die Zukunft erhalten und fortführen“. Besonderer Gast war die neunjährige Französin Agathe Kleiser, deren Großeltern 1944 in Meilenhofen untergebracht waren und den Kontakt bis zum heutigen Tag gehalten hatten. Sie bekam von Bürgermeister Andreas Husterer eigens eine Erinnerungsmedaille überreicht.

Nach der Wallfahrt von der Meilenhofener Kirche in den 500 Meter entfernten Ortsteil Zell an der Speck und wieder zurück gab es wieder ein Geschicklichkeitsturnier, an dem sich angesichts des guten Wetters viele der Reiterinnen und Reiter beteiligten.