Kipfenberg oder die Seele Bayerns
Kipfenberg (EK) Kipfenberg ist nicht nur der geografische Mittelpunkt Bayerns. Seit dieser Woche ist es auch der mediale Mittelpunkt des Freistaats. Denn der Saal des Bürger- und Kulturzentrums Krone verwandelte sich (wieder einmal) in ein modernes Fernsehstudio.
Annette Siebenbürger, Programmbereichsleiterin des Bayerischen Rundfunks, drückte im Gespräch mit dem EICHSTÄTTER KURIER das Besondere an der Sendung so aus: „Mit dem nicht aus Bayern stammenden Hubertus Meyer–Burkhardt haben wir einen unabhängigen Moderator gewinnen können, der der Seele Bayerns nachspüren möchte.“ Meyer-Burkhardt ist neugierig, ob es zu bestimmten Themen eine einheitliche Haltung in Bayern gibt.
Was eint Bayern, was trennt die Bayern? In dieser Sache fühlt er sich als Volkskundler verpflichtet, die Besonderheiten der drei Stämme zu erforschen, der Altbayern, Franken und Schwaben. Als Gäste hat sich der gebürtige Hesse und erfahrene NDR-Moderator bayerische Insider aus den sieben Regierungsbezirken eingeladen.
Passend zur fünften Jahreszeit saß als Stargast für die erste Talkrunde im roten, modernen Sessel Bernd Händel, Sitzungspräsident der „Fastnacht in Franken“. Lässig plauderten beide über die närrische Zeit und das Besondere an der Prunksitzung in Veitshöchheim. Immer wieder mischten sich die drei Kabarett-Gäste ein, die an einem Stammtisch, dem „Tisch der Stämme“ über den beiden thronten.
Mit Jockel Tschiersch konnte ein echter Schwabe dazu beitragen, den schwäbischen Humor darzustellen. Viel zu lachen gab es für die geladenen 170 Zuschauer mit Lizzy Aumeier, die als Oberpfälzer Kabarett- und Comedy-Talent ganz klar ansagte, „wer am besten feiert und das möglichst das ganze Jahr.“
Unterstützung bekam da der Sitzungspräsident vom fränkischen Kabarettisten Mäc Härder. Auch die Kipfenberger Fasenickl zeigten, dass Faschingsbrauchtum gepflegt wird, und stürmten maskiert Stammtisch und Zuschauerreihen.
Dass diese Sendung eben keine klassische Talkshow ist, wird deutlich, als sich die Webreporterin Christina Wolf mit Zuspielungen einschaltet. „Wir wollen die reale Welt und die virtuelle Welt miteinander verknüpfen“, erläutert die junge Journalistin das Spezielle an dem Sendeformat.
Sie sitzt in einem Studio vor ihrem Laptop, kommuniziert mit den Usern im Netz und recherchiert Wissenswertes im World Wide Web. Diese Infos fließen dann als neue Impulse wieder in die Sendung mit ein. „Der Austausch auch mit den jüngeren Zuschauern ist uns Fernsehschaffenden wichtig. Via Facebook oder Twitter und Internetangeboten auf der Homepage können die Zuschauer über die Inhalte diskutieren und mitbestimmen, welche Themen aufgegriffen und behandelt werden“, fügt Siebenbürger hinzu.
Für die zweite Sendung hatte sich Gastgeber Meyer-Burkhardt mit Starkoch Alfons Schuhbeck verabredet. Dass Lust und Leidenschaft zur bayrischen Küche gehören, nahm ihm an diesem Abend jeder ab. Was der Bayer isst, welche Besonderheiten die Küche zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden ausmachen, das klärte er mit den drei Stammtisch-Kabarettisten Lizzy Aumeier, Philipp Weber und Jockel Tschiersch. Das obligatorische „Lorbeerbladl“ und die „warme Schärfe des Ingwers“ gaben auch dieser Gesprächsrunde die Würze.
Die erste Folge „Fastnacht oder Fasching – wie feiert Bayern“ wird am Freitag, 10. Februar, um 23.40 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Die zweite Folge läuft unter dem Thema und Titel „Was is(s)t Bayern? Und: Was schmeckt den Bayern“ und wird am 23. März um 23.15 Uhr gesendet.
Von Sabine Lund
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