Die KAB bezeichnet die Streichung als einen „Anschlag auf die Zukunftsfähigkeit Bayerns und einen Tiefschlag für Hunderte hervorragend ausgebildete junge Lehrerinnen und Lehrer“, die arbeitslos bleiben würden. Die KAB betont, die CSU habe im Landtagswahlkampf versprochen, dass sie den bayerischen Schulen garantiere, auch bei sinkenden Schülerzahlen die frei werdenden Lehrerstellen vollständig im Bildungssystem zu belassen und fordert die Staatsregierung auf, ihre Wahlversprechen zu halten.

Dazu erklärte KAB-Diözesanpräses Bernhard Kroll in Ingolstadt: „Wer an der Bildung spart, spart an der Zukunftsfähigkeit und Innovationsfähigkeit Bayerns. Lehrer einzusparen ist der völlig falsche Weg.“ Nach Ansicht der KAB fehlen eher weitere Lehrer, weil immer noch viel zu viele Schulstunden ausfallen und rund 1600 Klassen in Bayern immer noch mehr als 31 Schüler haben.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) meldet sich in dieser Angelegenheit zu Wort und verweist ebenfalls auf die Wahlversprechen. „Was sind Versprechungen und ,Garantien’ der Staatsregierung noch wert? Die Vielzahl der traditionellen und neuen Aufgaben im bayerischen Schulsystem erfordert mehr Pädagoginnen und Pädagogen“, ist Manfred Lindner überzeugt, der GEW-Kreisvorsitzende von Ingolstadt, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen. Er fordert: „Keinen Stellenstopp und schon gar keine Streichung von Planstellen!“

Lindner wie auch der Kreisvorsitzende des BLLV, Florian Rieß, räumen zwar ein, dass die Schülerzahl – regional unterschiedlich – zurückginge. Die Aufgaben würden dadurch aber nicht weniger: zunehmende Unterschiedlichkeit der Kinder in der pluralen Gesellschaft, Individualisierung des Unterrichts, gute Ganztagsschulen, Abbau des Unterrichtsausfalls, die Einführung neuer Lehrpläne derzeit an den Grundschulen und vor allem die Verpflichtung, ein inklusives Schulsystem aufzubauen. All diesen Herausforderungen könne verantwortungsvoll nur mit mehr Lehrern und weiteren pädagogischen Fachkräften begegnet werden.

Daher, so Lindner, wäre die Umwandlung der 830 Planstellen in Sozialpädagogenstellen das Mindeste, was er von Spaenle erwarten würde.

Lindner erläutert zudem, dass bereits jetzt rund 30 Prozent der Lehrer mit einer Krankheit zu leben haben, die grundlegend mit den Arbeitsbedingungen zu tun hat. Bis zu 60 Prozent derer, die in den Schulen arbeiten, befänden sich im Risikobereich einer Gesundheitsgefährdung, wie eine Potsdamer Lehrerstudie zeige. Lindner: „Wir erwarten vom Bildungsminister, dass er sich nachdrücklich für die Lehrkräfte einsetzt und seine Fürsorgepflicht als Arbeitgeber ernst nimmt.“