Gewähren "Ei(n)Blicke": Carl-Heinz Lieck, Claudia Ancilotti alias Renate Holzner, Gisela Ueberall, Günther Frühmesser und Thomas Möser (von links). Barbara Nassler zeichnete zusammen mit der Sparkasse verantwortlich für die Organisation der Ausstellung.
Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer erhielt im Rahmen der Ausstellung eine Radierung von Thomas Möser, bei der der Künstler die Spitze des Rathausturmes sowie einen Baum, der dem OB gut gefiel, vergoldete. Das Ganze gibt es in limitierter Auflage von 120 Stück. Neumeyer freute sich über das Geschenk und nutze gleich die Gelegenheit, zu den Jubiläumsveranstaltungen einzuladen. Er vergaß aber auch nicht den Dank an die fünf Künstler: "Es ist schön, dass Sie sich mit der Stadt Eichstätt von verschiedenen Seiten auseinandersetzen." Beim anschließenden Vergolden seiner neuen Radierung sah der OB interessiert zu und erkundigte sich bei Möser ganz genau nach seiner Technik.

Die Einführung in die Werke von Claudia Ancilotti, Günther Frühmesser, Carl-Heinz Lieck, Thomas Möser und Gisela Ueberall hielt Sebastian Ullrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Eichstätter Uni. Er unterstrich ebenso wie Bezold die Vielfältigkeit der Ausstellung: "Wir haben die Möglichkeit, unsere Heimatstadt aus fünf neuen ästhetischen Perspektiven kennen zu lernen." Er ging auf jeden einzelnen Künstler ein, die allesamt unterschiedlichste Voraussetzungen und Stilrichtungen mitbringen. So ist Mösers wichtigstes Werkzeug der Bleistift, Frühmesser ist als Maler von Stimmungsbildern mit Landschaften und Stadtansichten gefragt. In der Ausstellung jedoch führt ihn "sein künstlerischer Ausdruckswille dieses Mal in eine schrille Bildwelt: mit Pop-Art, in krassen Tönen und überbordender Farbigkeit", so Ullrich.

Gisela Ueberalls Bilder zeugten nach Ullrich von "ihrem Lust am Experiment", da es für die Eichstätter Bilderschau Sonderanfertigungen gibt: Fotos von Eichstätter Ansichten zu Kollagen entwickelt, auf verfremdeten Passepartouts.

Unter Pseudonym malt Claudia Ancilotti – eigentlich heißt sie Renate Holzner –, die sich "mit rund zwölf verschiedenen Pseudonymen ins Gespräch bringt", so Sebastian Ullrich. Sie habe als Künstlerin eine "vielfärbig schillernde Persönlichkeit" und liebe das Exotisch-Filigrane. Carl-Heinz Lieck malt hingegen, so stellt Ullrich fest, "Gegenständlichkeiten in einer Welt, die nicht existiert, aber keine Traumwelt ist". Seine Arrangements seien gezeichnet von Verfremdung und Entortung. Die verschiedenen Stile, die nun dicht an dicht in der Galerie der Sparkasse hängen, laden zur Betrachtung der Stadt während ihres Jubiläums ein – nicht nur per idyllischer Stadtansicht, sondern teilweise wirklich per gewagtem Experiment.

Sichtlich erfreut zeigte sich Barbara Nassler von der gleichnamigen Galerie und Glaserei, die in Eichstätt die Nachfolge der am Friedhof gelegenen Glaserei Wiegner übernommen hat, über die Vielzahl der Besucher. Nassler hat zusammen mit der Sparkasse die Ausstellung organisiert und ermöglicht, sind doch die Künstler teilweise schon Jahrzehnte mit ihr verbunden.

Die Ausstellung ist noch bis 27. März in der Galerie der Hauptstelle der Sparkasse Eichstätt zu den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen.