Die Bitte des Druiden bei der Keltenopferung an der Schutterquelle, dass das Wasser immerzu fließe, nahm der Wettergott wohl etwas zu wörtlich. Das "Völkerfest" wurde immer wieder mit feuchtem Nass bedacht – allerdings nicht aus der Quelle, sondern von oben. Das führte natürlich zu Besucherschwund und auch die Nordic Walker kamen eher vom Regen als vom Schweiß durchnässt auf dem Festgelände an.

Mit einem Nordic-Walking-Sternlauf begann am Tag der Deutschen Einheit nämlich das Kelten- und Bajuwarenfest. Der Aktiv Park, der sich in der Region der Förderung und Wertsetzung der Nordic-Walking-Wege verschrieben hatte, richtet so einen Sternlauf alljährlich aus. Über 200 Walker und Jogger hatten sich von Monheim, Rennertshofen und Gietlhausen aus auf den Weg nach Konstein gemacht.

4000 Jahre Geschichte sollten die Besucher erleben können. Die in der Nähe des Dohlenfelsens gefundenen Hügelgräber, die von der Bronzezeit zeugen, machten dann auch den Veranstaltungsort – das Gelände der Spielvereinigung Wellheim (SpVgg) – sinnvoll. So einiges war dann bei dem Fest, dass der Wellheimer Fremdenverkehrsverein in Kooperation mit der SpVgg Wellheim entwickelte und ausrichtete, geboten.

Eine Alemannen- und Bajuwarengruppe zeigte beim Lagerleben, wie in früherer Zeit mit Naturfarben Stoffe gefärbt wurden. Eine Treuchtlinger Keltengruppe hatte sich mit ihrem Druiden eingefunden, der dann bei der Eröffnung der renaturierten Schutterquelle Weihrauch schwingend einige beschwörende Worte auf das Wasser und die Quellennymphe sprach.

Bürgermeister Robert Husterer bedankte sich ebenso wie Landrat Anton Knapp bei dieser Gelegenheit bei allen Beteiligten, die zur Renaturierung ihren Beitrag geleistet haben. "Es ist ein schöner Treffpunkt geworden und ich hoffe, dass es jedem gefällt", so Husterer, der in Feuerwehrmontur die Eröffnung vornahm und sich in die lange Reihe der Ehrenamtlichen einreihte, die das Fest vorbereitet hatten.

Als Geschenk für die Quellennymphe legte der seit seiner Geburt der Schutter eng verbundene Kurt Scheuerer, der als Mitarbeiter am Stadtmuseum Ingolstadt die historische Forschungsarbeit für das Fest betrieben hatte, eine Schale nieder. "Das war bei den Kelten so üblich und früher sind diese Schalen für immer in der Quelle verblieben", so Scheuerer. Eine Entwendung komme einem Opferstockraub gleich.

Bei einer Modenschau wurden Kleidung und regionale Trachten der zurückliegenden Jahrtausende gezeigt. Schutter-Römer und Alemannen aus dem vierten Jahrhundert waren ebenso vertreten wie die Dollnsteiner Marktfrauen, die Ingolstädter Stadtwache und Edelfrauen aus der Renaissance. In die Gegenwart hinein zeigten die Trachten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Der historische Markt, der mit rund zehn Marktbuden lediglich optisch recht klein ausfiel, bot einiges feil. So hatte sich Schreiner Hans Rehm aus Dollnstein als Löffelschnitzer eingerichtet, eine Seifenwerkstatt war gekommen und auch eine Mühle bot die verschiedensten Körner-Sorten an. Mittelalterliches Werkzeug, Laternen und Schilde konnten gekauft werden.

Das Fest, das am Samstag fortgesetzt wurde, endete am ersten Tag mit dem Auftritt der Jagdhornbläser und der Gammersfelder Böllerschützen.