Eichstätt: Feuer frei
Thomas Jenuwein ist professioneller Pyrotechniker und teilt seinen Spaß am Feuerwerken ab heute wieder mit „Otto Normalbürger“: Denn ab heute dürfen Silvesterfeuerwerke gekauft werden - Foto: chl
Eichstätt
Man will ja als Feuerwerker nicht nur zündeln, sondern auch selber etwas sehen.“ Der Eichstätter Thomas Jenuwein (47) arbeitet als Veranstaltungstechniker des Alten Stadttheaters und ist seit 14 Jahren ausgebildeter Pyrotechniker. Und seinen Spaß am Feuerwerken kann er ab heute wieder mit „Otto Normalbürger“ teilen: Der Verkauf von Feuerwerkskörpern für die Silvesternacht ist jetzt wieder erlaubt.

Egal ob im Supermarkt oder im Fachhandel: „Entscheidend ist, dass die Feuerwerkskörper BAM-geprüft sind und vorschriftsmäßig gezündet werden“, sagt Jenuwein. Allerdings seien die Batterien im Laufe der letzten Jahre nicht nur größer, sondern auch sicherer geworden, erklärt er. „Die alten Kracher haben im Ohr schon richtig weh getan, jetzt gibt es Obergrenzen gegen Hörschäden.“ Doch auch bei den Krachern gibt es heutzutage „Batterien“, das Neueste sind „Knallketten“ mit 3,5 Metern Länge und Tausend Schuss. Jenuweins persönlicher Favorit ist aber die 300 Schuss-Heulerbatterie – ganz neu jetzt auch für Laien auf dem Markt. Die „klassischen Luftheuler“, die in der Hand gezündet worden waren, seien ja inzwischen verboten, weil sie zu gefährlich waren, sagt Jenuwein.

„Obacht geben“ ist auch für Kreisbrandrat Alois Strobl die oberste Maxime beim Silvesterfeuerwerk. Er selber zündet keine Rakete zum Jahreswechsel, meint aber: „Ich habe nichts gegen das Feiern und gegen das Feuerwerk, aber bitte mit Verstand – und möglichst nüchtern.“ Die Feuerwehren im Landkreis sind wegen des Jahreswechsels zwar nicht in erhöhter Alarmbereitschaft, „aber die Kommandanten achten schon darauf, dass eine Mannschaft zu Silvester komplett einsatzbereit bleibt.“ Es könne immer wieder passieren, dass sich ein Feuerwerkskörper in ein offenes Fenster oder in eine Scheune verirrt. Strobl rät dringend dazu, die Gebrauchsanweisungen auf den Verpackungen unbedingt zu beachten und im Zweifelsfall „lieber etwas feige zu sein“. Der Kreisbrandrat ergänzt: „Die Unfallstationen können ein Lied davon singen, dass sich viele Leute leider nicht an die Regeln halten.“

Tatsächlich zählt Rainer von Spannenberg vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes eine ganze Reihe von möglichen Verletzungen durch Feuerwerkskörper auf: „Das reicht von kleinen Verbrennungen an der Zündschnur bis zu größeren Fleischverletzungen, wenn man einen Kracher blöderweise in der Hand zündet, oder zu schweren Schädelverletzungen, wenn man eine Rakete an den Kopf bekommt. Es kommen auch immer wieder Knalltraumata am Ohr vor.“ Vorsicht sei also geboten. Seitdem der Marktplatz allerdings raketenfreie Zone geworden sei, seien die Einsätze für das BRK zu Silvester deutlich weniger geworden. „Bei uns wird eine ganz normale Nachtbesatzung Dienst haben“. Ob er selber im Einsatz ist, wusste Spannenberg gestern noch nicht. Für ihn steht aber fest: „Egal ob ich daheim oder im Dienst Silvester feiere: Ein paar Raketen zünde ich auf jeden Fall.“