Eichstätt: Weißbierduschen und eine Platzwunde
Daumen hoch: Nach der schnellen, medizinischen Versorgung von Bürgermeister Josef Schmidramsl (links) konnte auch für Abteilungsleiter Axel Nerb trotz einer Platzwunde die Aufstiegsfeier weitergehen.
Eichstätt
Die Domstädter sicherten sich mit einem 1:0-Erfolg am Ende sogar den vierten Platz in der Landesliga Süd, der zum Aufstieg in die neue zweigeteilte Bayernliga – die fünfthöchste Spielklasse im deutschen Fußball – berechtigt. Letztlich wären sie aber auch mit einer Niederlage aufgestiegen.

Stattliche 950 Zuschauer, soviel wie bei bislang keinem anderen Heimspiel in der abgelaufenen Saison, waren ins VfB-Stadion gekommen, um die Eichstätter quasi als zwölfter Mann in die Bayernliga zu tragen. Voller Zuversicht feuerten sie mit ihren Pappklatschen das Team auf dem Rasen an. Doch ausgerechnet dort wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Zwar hatte Philipp Krieglmeier mit einem Kopfball nach einer Flanke von Johannes Müller bereits nach wenigen Sekunden die erste Chance, doch danach drohte die Partie zu einem lauen Sommerkick zu verfallen.

Von den Gästen, die ohne den torgefährlichsten Akteur Fabijan Hrgota (22 Saisontreffer) in die Domstadt reisten, war ohnehin nicht viel zu erwarten. Die Teilnahme an der am Donnerstag beginnenden Bayernliga-Relegation (gegen den SV Pullach) hatte die Mannschaft von Reiner Leitl bereits sicher. So machten die Gäste den braven Anschein, dem VfB die Aufstiegsfeier nicht verderben zu wollen. Weil aber auch die Steib-Elf äußerst nervös agierte und oftmals nur weite Bälle ins Nichts schlug, liefen die Zuschauer am Spielfeldrand und auf der Tribüne zwischenzeitlich Gefahr, ein kleines Nickerchen zu machen und sich dabei einen kräftigen Sonnenbrand einzufangen.

Der VfB Eichstätt hatte die Partie jederzeit voll im Griff, doch in der Offensive sprang abgesehen von den eher harmlosen Aktionen von Marco Witasek (28., 31.) und Müller (33.) wenig Vorzeigbares heraus. Bis sich in der 38. Minute auf einmal der Routinier Markus Jörg ein Herz fasste und mit einem trockenen Schuss die erlösende Führung erzielte. Den Abpraller nach einer Ecke versenkte der mit 30 Jahren älteste Spieler im Team an drei Echinger Spielern vorbei in die Maschen. Fast noch mehr über Jörgs erstes Saisontor freute sich auf der Bank Marco Newald, der dem Spielgestalter den Treffer beim Warmschießen quasi noch eingeredet hat.

Der restliche Spielverlauf ist schnell erzählt. Nach einer weiteren guten Gelegenheit von Maximilian Zischler, dessen gefühlvoller Schlenzer nur knapp am rechten Torwinkel vorbei flog (40.), überließen die Grün-Weißen im zweiten Abschnitt den Gästen das Spiel. Auch nach dem Hallo-Wach-Signal von Echings Thomas Eckmüller, der nach einem Solo den Ball an die Latte schoss (61.), agierten die Eichstätter aber fast schon zu nachlässig. Und weil in der Offensive Krieglmeier und der eingewechselte Tobias Eisenschenk beste Kontermöglichkeiten ungenutzt ließen, musste der VfB Eichstätt auch diesmal wieder (fast) bis zum Schluss zittern.

Nach einer Minute Nachspielzeit beendete der Schiedsrichter Andreas Dinger das Spiel und gab gleichzeitig den Anpfiff für die feuchtfröhliche Aufstiegsfeier. Und in dieser Disziplin sind die Eichstätter schon längst bayernligatauglich. Fast schon im Akkord verpassten sie Trainer Jürgen Steib eine große Ladung Bier über den Kopf. Nur für Abteilungsleiter Axel Nerb hatte die Aufstiegsparty eine unangenehme Folgen. Beim letztlich erfolglosen Versuch, einer Bierdusche zu entkommen, knallte Nerb mit dem Kopf gegen eines dieser riesigen Weißbiergläser und zog sich eine Platzwunde zu. Angesichts dieses großartigen Erfolgs war dieser Schmerz aber leicht zu verkraften.

VfB Eichstätt: Max Dörfler, Simon Böhm, Viktor Stoll, Dominik Schmidramsl, Andreas Schuster, Markus Jörg, Maximilian Zischler, Johannes Müller, Philipp Krieglmeier (80. Christoph Biedermann), Benjamin Schmidramsl (85. Benjamin Hackner), Marco Witasek (69. Tobias Eisenschenk).

TSV Eching: Ferdinand Kozel, Thomas Edlböck, Markus Brunner (72. Alexander Sauer), Vincenco Potenza, Eren Bircan, Tobias Brand, Leo Mayer, Michael Rödl (86. Michael Stengl), Adi Al-Hamawi, Thomas Eckmüller, Janis Hoffmann.

Tor: 1:0 Markus Jörg (38.). – Schiedsrichter: Andreas Dinger (TSV Bischofsgrün). – Zuschauer: 950.