Eichstätt: Mit Pauken und Trompeten
 
Eichstätt
Peter Sedlmeyr von der Fachschaft Musik warf KU-Präsident Richard Schenk diesen Missstand vor: „Das ist ein ganz einfaches Rechenbeispiel: 200 Studenten auf zwei Proberäume, das kann nicht funktionieren.“ Die Konsequenz liegt für Musikstudent Mathias Bußjäger auf der Hand. „Ich sehe es nicht ein, nicht üben zu können, mich auf die Bühne zu stellen und mich zu blamieren – das kann die Uni allein machen“, erklärte er. Außerdem stünden die Abschlussprüfungen an. „Die Leute müssen proben. Im Wohnheim zwei Stunden Saxofon oder Trompete zu spielen, das geht nicht. Wir brauchen Räume.“

Um sich Gehör zu verschaffen, griffen die Musikstudenten daher gestern Vormittag zu ihren Instrumenten, Trillerpfeifen und zum Megafon: Sie demonstrierten an der Uni für mehr Proberäume. Gut 50 Studierende marschierten mit „Mehr Raum für Musik“-Rufen und Plakaten durch die Uni.

Veronica Glaser von der Fachschaft Musik erinnerte an frühere Zeiten. „Die Studenten sind mehr geworden, aber die Räume weniger“, sagte sie. Denn 1989 habe es für 55 Studenten zehn Räume gegeben. Zwar hätte die Universität nach einem ersten Protest vor zwei Jahren reagiert und Alternativen organisiert. „Aber wegen der Lärmbelästigung und wegen des Brandschutzes sind die schließlich weggefallen.“ Daher stehen den Musikstudenten aktuell zwei Räume in der Universität und zwei weitere im Priesterseminar zur Verfügung, letztere aber nur bis 17 Uhr. „Wir haben tagsüber Lehrveranstaltungen, proben können wir daher hauptsächlich am Abend“, so Glaser. Daher seien die Räume im Priesterseminar keine tatsächliche Hilfe.

KU-Präsident Schenk stimmte den Studenten zu: „Ich will euch nicht auf zwei Räume reduzieren.“ Allerdings habe er den Musikern bereits vor Wochen gesagt, sie sollten eine genaue Liste erstellen, wer wann proben möchte. Diese Informationen brauche er, um eine gute Lösung zu finden. „Diese Liste habe ich bis heute nicht erhalten.“ Allerdings sahen die Studenten es als problematisch an, sich verbindlich für Übungszeiten einzutragen, da Referate und Klausuren eine dauerhafte Wochenplanung nicht zuließen.

Eine kurzfristige Lösung für das Raumproblem hatte Glaser parat. „Wir wollen Übezellen im Keller vom E-Bau haben.“ Diese schalldichten Container, die es beispielsweise an der Universität Köln und auch in Bayreuth gibt, wären zumindest bis zu den Klausuren in wenigen Wochen eine Hilfe. Schenk forderte für diese Option, dass die Studenten einen Kostenvoranschlag für die Übezellen einholen.

Am kommenden Montag trifft sich nun die Fachschaft Musik nochmals mit KU-Präsident Schenk: Deren Vertreter wollen ihm drei Angebote zu Übezellen vorstellen. Auch die von Schenk geforderte Liste zu Übungszeiten wollen die Musiker demnächst verfassen. Bußjäger beharrte gegenüber Schenk darauf, dass der Präsident sich selbst um die Problematik kümmert: „Wir brauchen einen direkten Draht zu Ihnen – nicht, dass es sechs Wochen im Apparat der Verwaltung versinkt.“