Mit einer flüssigen Bewegung legt Ramona Stechling die nächste Bahn aus.
Eichstätt
Das Grün kommt aus dem sächsischem Döbrichau; die Firma Dr. Alex ist mit sieben Mitarbeitern vor Ort und verlegt Bahn für Bahn den "Spiel- und Sportrasen", so die Qualitätsbezeichnung. 4500 Quadratmeter davon haben die Sachsen mitgebracht. Die Arbeit geht der Truppe rasch von der Hand. Der Untergrund ist vorbereitet: Zunächst muss Mutterboden aufgebracht werden, danach streuen die Mitarbeiter Starterdünger darüber. Mit einer Maschine wird der Boden zusätzlich aufgelockert und möglichst eben gemacht.

Darüber verlegen die Spezialisten dann die Rollen. Der Rasen wurde in Paletten angeliefert. Die Bahnen haben eine Breite von etwa 40 Zentimetern und sind zirka fünf Meter lang. Das macht hier das Verlegen einfacher. "Wenn wir Sportplätze bauen, haben wir natürlich breite Bahnen", sagt Polier Mario Springer. Aber hier sei das Gelände nicht eben und gerade Kanten seien rar. Da müsse man viel schneiden und einiges anpassen. Da tue man sich mit den schmalen Bahnen leichter. Die Sachsen sind hervorragend aufeinander eingespielt. Das Anliefern der Rollen, von denen eine rund zwölf Kilogramm schwer ist, das Verteilen auf der Fläche, das Verlegen und Anpassen gleicht einer ausgetüftelten Choreografie. Nun muss nur noch darüber gewalzt werden. "Mit unseren sieben Mann schaffen wir am Tag 1400 Quadratmeter", erzählt Ramona Stechling, die einzige Frau der Truppe, stolz. "Das sonnige Wetter ist ideal zum Verlegen", erklärt Springer. Danach aber müsse gewässert werden, was das Zeug hält. Eine Regenanlage für die bereits fertig gestellten Flächen versprüht einen feuchten Nebel. "Bereits am Freitag dürften die ersten Wurzeln zu sehen sein", ist sich der Polier sicher. Aber insgesamt rät er, der Fläche sechs bis acht Wochen Ruhe zu geben. Dann sei der Rasen richtig strapazierfähig.

Bauleiter Jürgen Kraus schaut ebenfalls kurz vorbei und nickt zufrieden. In diesen Tagen ist seine Person an vielen Stellen gleichzeitig gefragt. Dennoch ist seine Stimmung fast euphorisch: "Die Leute machen mit." Sie würden ohne zu meckern Zwölf-Stunden-Tage schieben. "Das hat mich angenehm überrascht." Gearbeitet wird praktisch die ganze Woche über. "Nur am vergangenen Sonntag herrschte Bauruhe", berichtet Kraus weiter.

Der Eröffnungstermin 14. Mai könne auf jeden Fall gehalten werden. "Die Anlage ist in Betrieb und läuft ohne Störung. Die Bodenplatten sind fertig. Die Maler sind unterwegs, und im Hintergrund läuft die Grobreinigung", zählt der Bauleiter auf. Ein paar intensive Arbeiten stehen auch noch an. Sobald er einen Kran bekomme, müsse die Baubrücke entfernt werden, sagt Kraus.

Aber jetzt gilt sein Augenmerk dem Rasen. Bis Morgen Abend erwartet er, dass über alles Gras gewachsen sein wird. Dann eilt Kraus zur nächsten Baustelle. Die Sachsen sind nicht die einzigen, die sich mit der Botanik im Freibad befassen. Vorne im Eingangsbereich werden gerade blaue Immergrün gepflanzt. Diese Aktion hat Maria König angelockt, die gerade einen Spaziergang machte. "Die sind nicht sehr pflegeintensiv und schauen so schön aus", weiß sie Bescheid. Die 78-Jährige, Stammgast im Freibad, zählt schon die Tage bis zur Eröffnung. Aber schon jetzt ist die Wintershofenerin sicher: "Das wird eine super Anlage."